Hoffnung auf neuen Platz für Igel, Hase und Spatz

Vorarlberg / 13.11.2019 • 18:47 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Artenschutzstation soll Platz für bis zu 1000 Wildtiere jährlich bieten. Wildtierhilfe
Die Artenschutzstation soll Platz für bis zu 1000 Wildtiere jährlich bieten. Wildtierhilfe

Konzept für erste Wildtierstation steht, Standortsuche läuft.

Göfis Wildtiere sind ihre Leidenschaft. Vor vier Jahren hat die gelernte Tierpflegerin Katharina Löschnig (31) den Wildtierhilfe-Verein ins Leben gerufen und sich den Schutz unserer wilden Nachbarn zur Aufgabe gemacht. Verletzte und verwaiste Tiere, darunter Vögel, Igel und Fledermäuse, landen seither in der Obhut der Göfnerin und werden bis zu deren Rehabilitierung artgerecht gepflegt. Mittlerweile besteht das Team aus acht Personen. Mit der Bekanntheit des Vereins stieg laut Löschnig auch der Bedarf an Pflegestellen: „Wir stecken jede freie Minute in unsere Zöglinge. Aber die Kapazitäten werden knapp“, sagt Löschnig. Noch werden die Wildtiere in den Privaträumlichkeiten der ehrenamtlichen Helfer aufgepäppelt. Um den hohen Standard der Wildtierpflege weiterhin zu gewähren, plant der Verein die Errichtung der ersten offiziellen Artenschutzstation Vorarlbergs (die VN berichteten).

Platz für bis zu 1000 Tiere jährlich

Die Wildtierhilfe-Obfrau hat dazu ein detailliertes Konzept erstellt und bei der Landesregierung um Unterstützung angesucht. „Für hilfsbedürftige Wildtiere gibt es bis dato keine offizielle Stelle im Land. Die Wildtierstation soll künftig eine zentrale Anlaufstelle für ganz Vorarlberg bilden“, sagt Katharina Löschnig. Damit soll eine artgerechte Unterbringung der Wildtiere gewährleistet werden. Herzstück der Anlage soll das Hauptgebäude bilden, weiters geplant ist ein Erstaufnahmeraum, in dem Tiere ärztlich untersucht und behandelt werden. Platz finden sollen außerdem eine Futterküche, ein Besprechungszimmer sowie ein Volierentrakt. Die Wildtierstation soll jährlich Platz für 800 bis 1000 Wildtiere und Exoten bieten. Die Kosten für die Errichtung des Gebäudes belaufen sich laut Löschnig auf 250.000 Euro. „Mehrere Gespräche über die Errichtung der Artenschutzstation sind bereits geführt worden“, bestätigt Landesrat Johannes Rauch (Grüne) auf VN-Anfrage. Vor weiteren Schritten, die laut Rauch zeitnah erfolgen sollen, werden die Finanzierung und Kompetenzen geklärt. „Grundsätzlich haben wir eine Unterstützung des Anliegens zugesagt“, bekräftigt Rauch.

Derweil läuft auch die Suche nach einem potenziellen Standort auf Hochtouren. Im August besuchte Katharina Löschnig mit ihrem Team bereits mehrere Wildtierhilfestationen in ganz Österreich, um Eindrücke zu sammeln und sich über vergleichbare Artenschutz-Projekte zu informieren. „Wir waren begeistert, wie viel Aufwand andere Bundesländer in Sachen Wildtierschutz betreiben. Das hat uns gezeigt, dass bei uns dringender Handlungsbedarf besteht.“ Auf der Suche nach einem geeigneten Standort trat Katharina Löschnig unter anderem mit den Verantwortlichen des Wildparks in Feldkirch in Kontakt. Weitere Gespräche bezüglich einer möglichen Angliederung der Artenschutzstation an den Wildpark seien für die kommenden Wochen geplant. „Wo das Projekt am Ende realisiert wird, ist aber noch offen“, sagt Löschnig. Sie gibt sich optimistisch, dass die Wildtierstation in naher Zukunft ihre Türen öffnen wird, zumal sie auch auf Unterstützung aus den wissenschaftlichen Reihen wie der Tierärztekammer oder Birdlife zählen darf. „Die Artenschutzstation wäre ein wichtiger Fortschritt für den Tier- und Naturschutz in Vorarlberg.“

Katharina Löschnig setzt sich seit Jahren für notleidende Wildtiere ein. HB
Katharina Löschnig setzt sich seit Jahren für notleidende Wildtiere ein. HB