Jetzt kommt der Schnee: Winterdienste sind einsatzbereit

Vorarlberg / 13.11.2019 • 08:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Autobahnmeister Gerald Gröger ist startklar. Im Salzlager der Asfinag Hohenems lagern 2100 Tonnen Salz. VN/STEURER

Erstmals wird Schnee bis in die Täler erwartet. Autobahnmeister Gerald Gröger und sein Team sind startklar.

Tanja Schwendinger

Hohenems Wer am Mittwochmorgen aus dem Fenster blickt, wird womöglich von weißen Flocken begrüßt, denn die Meteorologen prognostizieren erstmals Schnee bis in die Täler. „Der erste Gruß des Winters ist da. Leichter bis mäßiger Schneefall breitet sich im gesamten Land aus“, informiert Meteorologe Günter Scheibenreif von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG). Doch was für viele romantisch aussieht, bedeutet für andere harte Arbeit.

Angesichts des ersten Wintereinbruchs stehen die Mitarbeiter der Autobahnmeisterei Hohenems in den Startlöchern. „Sämtliche Vorbereitungen sind getroffen, die Salzlager sind voll und die Mitarbeiter in Rufbereitschaft“, informiert Gerald Gröger, Betriebsleiter der Autobahnmeisterei in Hohenems. Nächtliche Kontrollfahrten und vorbeugende Salzstreuungen werden bereits seit einigen Tagen durchgeführt. „Besonderes Augenmerk gilt den exponierten Stellen wie Brücken und Überführungen“, erklärt Gröger. Der Asfinag-Winterdienst ist rund um die Uhr im Einsatz. Bei starkem Schneefall sind auf der A 14 zwischen Hörbranz und Bludenz bis zu 19 Schneeräumfahrzeuge und bei Bedarf rund 60 Mitarbeiter im Einsatz, schließlich muss dafür gesorgt werden, dass die 62 Kilometer lange Strecke der Rheintalautobahn auch bei widrigsten Bedingungen befahrbar ist.

Entlang der A 14 wurden in mehreren Hallen und Silos rund 3100 Tonnen Streusalz eingelagert. In einem Winter kommen im Durchschnitt zwischen 2000 und 3000 Tonnen zum Einsatz. „Jeder Winter ist anders, wir sind daher auf alle Eventualitäten vorbereitet“, sagt Gröger und verweist auf den Rekordwinter im Jahr 2012, in dem 6000 Tonnen Salz gestreut werden mussten. Um rasch auf Wetterumschwünge reagieren zu können, hilft ein speziell für die Asfinag entwickeltes Prognosesystem. Dieses liefert Wetterdaten, Fahrbahntemperaturen und Daten zum Restsalzgehalt auf den Straßen. Eine Wintersaison in Vorarlberg (A 14 inklusive S 16) schlägt für die Asfinag im Durchschnitt mit rund 1,6 Millionen Euro zu Buche.

Auch das Land Vorarlberg hat vorgesorgt und derzeit 4500 Tonnen Salz eingelagert. Auf 800 Kilometern Landesstraßen wurden im lezten Winter knapp 10.000 Tonnen Salz gestreut.

ÖBB bereit für den Winter

Nicht nur auf den Straßen, sondern auch auf den Gleisen muss bei Eis und Schnee für freie Fahrt gesorgt werden. „Wir sind schon lange gerüstet, man weiß nie, wann der erste Schnee kommt“, sagt ÖBB-Pressesprecher Christoph Gasser-Maier. In Vorarlberg wird im Schichtbetrieb an 220 Gleiskilometern und 34 Bahnhöfen gearbeitet. Ein Spezialgerät kommt dabei regelmäßig zum Einsatz: die Weichenheizungen, die das Eis zum Schmelzen bringen. Trotz aller technischen Hilfsmittel ist der Winterdienst aber oft noch Handarbeit: Tätigkeiten wie Schneeräumung von Weichen, Enteisen von Brücken oder Abschaufeln von Bahnsteigdächern erfolgen von Hand.

Während sich am Donnerstag freundliches und trockenes Wetter einstellt, muss am Wochenende mit erneutem Schneefall gerechnet werden. „Die nächste Störung ist schon im Anmarsch“, sagt Günter Scheibenreif. „Dann liegt die Schneefallgrenze aber wieder bei etwa 1000 Metern.“