Lustenauer Finanzplanung im Zeichen des Schulcampus

Vorarlberg / 13.11.2019 • 19:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Finanzplanung 2020 bis 2024 wurde von der Gemeindevertretung gegen die Stimmen der FPÖ zur Kenntnis genommen. GEMEINDE

Campus Rotkreuz wird das Budget bis 2024 stark belasten.

lustenau Alljährlich erstellt Klaus Bösch, Leiter der Lustenauer Finanzverwaltung, die mittelfristige Planung des Gemeindehaushalts für die kommenden fünf Jahre. Sie umfasst Prognosen zur Entwicklung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, laufende Einnahmen und Ausgaben, Schulden und eine Sammlung der gewünschten und erforderlichen Investitionen.

Bürgermeister Kurt Fischer erläuterte bei der jüngsten Gemeindevertretungssitzung am vergangenen Donnerstag das umfangreiche Zahlenwerk. Die höchsten Ausgaben wird in den kommenden Jahren demnach der Campus Rotkreuz verursachen. Die mittelfristige Finanzplanung 2020 bis 2024 wurde von der Gemeindevertretung mit den Stimmen von ÖVP, SPÖ, Grünen und Liste Tekelioglu (27 Pro-Stimmen) gegen die Stimmen der FPÖ (neun Stimmen) zur Kenntnis genommen.

So prognostiziert die Finanzplanung eine deutliche Steigerung der Kommunalsteuereinnahmen in den nächsten Jahren. Die Erweiterung des Millennium Parks und das neue Betriebsgebiet Heitere, für das nächstes Jahr der Startschuss fällt, sollen Unternehmen Wachstums- und Ansiedlungsmöglichkeiten bieten, wodurch Arbeitsplätze entstehen sollen. Strategisch wichtige Grundankäufe sollen die Zentrumsgestaltung voranbringen. Nächstes Jahr soll die Bebauung des sogenannten Baufeldes West (auf dem Areal des Zentrumsparkplatzes) beginnen: Ein Neubau, der Wohnen, Geschäfte, attraktiven Außenraum und eine öffentliche Tiefgarage umfasst.

Das herausforderndste Bauprojekt der nächsten Jahre ist der Campus Rotkreuz. Dieser umfasst eine Clusterschule mit Lernlandschaften und Ganztagsstrukturen, Ganztagskindergarten, Doppelturnhalle, Produktionsküche, zudem betreutes Wohnen und eine Kleinkindbetreuung auf dem Nachbarareal. Die aktuelle Kostenschätzung beläuft sich auf 45 Millionen Euro brutto, was für die Gemeinde auch bei der zu erwartenden Landesförderung von 32 Prozent einen Kraftakt bedeutet. Im Investitionsplan sind für 2020 Planungskosten von einer Million Euro vorgesehen, im Jahr 2021 soll der Baustart erfolgen (sechs Millionen Euro sind vorgesehen) und in den Jahren 2022 bis 2024 jeweils zehn Millionen Euro. 2024 soll der Campus eröffnet werden.