Rumäne vor Gericht: Lecher Liftpersonal bestohlen

Vorarlberg / 14.11.2019 • 07:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der 31-jährige Angeklagte wird beschuldigt, mehrere Mitarbeiter der Lecher Skilifte bestohlen zu haben. ECKERT

Rumäne vor Gericht. Doch wer der Dieb von 10.000 Euro ist, bleibt trotz Video vorerst unklar.

Christiane Eckert

Feldkirch Ein 31-jähriger Rumäne ist am Landesgericht Feldkirch wegen schwerem, gewerbsmäßigem Diebstahl angeklagt. Der Mann arbeitete in der vergangenen Saison in Lech am Arlberg als Hilfskraft. Schneeräumung, bei den Lift-WCs Klopapier und Handtuchrollen wechseln und dergleichen gehörte zu seinen Aufgaben. Doch in der Zeit von November bis Februar häuften sich die Meldungen, dass dem Liftpersonal Geld abhandengekommen sei. Und das nicht zu knapp. Einer der Betriebsleiter installierte eine Videokamera, verknüpft mit seinem Handy.

Alarm beim Kaffee

„Die Kamera war erst einen Tag in Betrieb, ich trank gerade einen Kaffee, da ging schon der erste Alarm los. Ich meldete das der Polizei und ging dann zu meinem Arbeitsplatz, dem Skilift. Da ging schon der zweite Alarm los“, erinnert sich jener Mann als Zeuge bei der Verhandlung, dem laut eigener Aussage rund 10.000 Euro gestohlen wurden. Er hebt wöchentlich 400 Euro ab und was er nicht braucht, legt er in seinem Zimmer in eine Schublade. Hat er einen größeren Betrag beisammen, erfüllt er sich damit einen Wunsch. Geld braucht er nicht viel am Arlberg, denn Kost und Logis sind frei.

Angeklagter auf Video

Auf der Aufzeichnung ist der Angeklagte zu sehen, doch der hat eine Erklärung parat. Er habe den leitenden Angestellten fragen wollen, ob er vor seiner Garage parken dürfe. „Der hat jeden Tag dort geparkt und ich hatte nie was dagegen“, findet der Zeuge diese Erklärung seltsam. Zudem habe der Beschuldigte ihn zwei bis drei Minuten vor dem Betreten der Wohnung angerufen und ihm telefonisch genau diese Frage gestellt. „Ich vermute, er wollte sehen, ob ich da bin, weil ich das Licht brennen hatte lassen.“ Woher der Verdächtige den Schlüssel hatte, ist nicht so recht klar. Der Zeuge glaubt, dass bei den vielen verschiedenen Angestellten ein Fehler passiert sei und die Hilfskraft versehentlich einen Zentralschlüssel ausgehändigt bekam. Dass der Mann das Portemonnaie, von dem er behauptet, es sei ein Zigarettenetui gewesen, genau anschaute, erklärt er mit „Interesse für Raucherzubehör“.

Weiteres Opfer

Ein 60-jähriges weiteres Diebstahlsopfer wird einvernommen. Diesem Mann kamen erst 400 und dann nochmals 500 Euro abhanden. Er installierte eine selbstgebastelte Falle. Ein kleines Stück Papier an der Türangel. Bei der täglichen Kontrolle fand er den Streifen eines Tages auf dem Boden. Der Beweis, dass jemand auch sein Zimmer heimlich betreten hatte. Ein Zeuge fehlte gestern, weshalb vertagt werden musste.