„Ma nint’s, wia’s kunt“

Vorarlberg / 14.11.2019 • 18:35 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Werner Gächter: „Schon meine Vorfahren hatten politische Ämter.“
Werner Gächter: „Schon meine Vorfahren hatten politische Ämter.“

Lebensmittelpunkt war immer in Kob­l­ach – viele ehrenamtliche Tätigkeiten.


KOBLACH
„Ma nint’s, wia’s kunt“, lautet das Lebensmotto von Werner Gächter (80). Er war von 1979 bis September 1999 Bürgermeister von Koblach. Damals ging er in Pension und übt noch immer eine Reihe von ehrenamtlichen Tätigkeiten aus.

So war er beim Seniorenbund im Amt der Vorarlberger Landesregierung bis 2015 als Delegierter des Vorarlberger Gemeindeverbandes tätig, war über den Verein für Sachwalterschaft beim Institut für Sozialdienste bis 2015 Sachwalter und bis 2010 als Vertreter der KummaRegion im Vorstand des Verkehrsverbandes Oberland. Bis 2017 war Werner Gächter geschäftsführender Obmann des Pfarrkirchenrates in Koblach.

In dieser Zeit kam es u. a. zur Restaurierung der Rochus-Kapelle in der Parzelle Neuburg und zur Außenrenovierung der Pfarrkirche, und bis heuer arbeitete er im Team ALTERnativ – „Senioren für Senioren“ mit. Heute ist Werner Gächter noch Museumsführer im Museum für Urgeschichte in Kobl­ach, zuständig für das Gemeindearchiv und gibt jedes Jahr den Kalender „Menschen und Ansichten in historischen Fotografien“ heraus. Dazu ist er noch Legalisator für Koblach und seit 1967 im Männerchor „Frohsinn“ zweiter Bass. In diesem Chor war er 20 Jahre Obmann und ist Ehrenobmann. Seit 60 Jahren ist er Lektor in der Pfarrkirche.

Regelmäßig trifft er sich noch immer mit seinen früheren Bürgermeister-Kollegen.

„Meine Hobbys sind Singen, Fußball – aber nur im Fernsehen – und Wandern. Im Winter unternehme ich Skitouren, aber seit einem Beinbruch vor fünf Jahren bin ich nur noch im Laternsertal unterwegs“, so Werner Gächter weiter, der sich auch noch sehr stark für die Politik auf allen Ebenen interessiert und täglich verschiedene Zeitungen im Internet und verschiedene Zeitschriften konsumiert.

Als seine größten Leistungen während seiner Zeit als Koblacher Bürgermeister sieht Werner Gächter rückblickend den Bau der neuen Hauptschule, zwei neue Kindergärten und den damaligen Abschluss der Kanalisationsarbeiten. Das Wachstum der Gemeinde Koblach ist für ihn auch an der Zahl der Wahlberechtigten ablesbar. „Bei meiner ersten abzuwickelnden Wahl, der Nationalratswahl 1979, lag die Zahl der Wahlberechtigten bei 1389. Bei meiner letzten zu organisierenden Wahl, den Landtagswahlen 1999, betrug sie bereits 2440. Das entspricht einer Steigerung um 1051 Personen“, führt Gächter aus. In diesen Jahren fand auch eine große Zahl von Wahlen und Abstimmungen statt, die er penibel aufgelistet hat. Darunter vier Wahlen in die Gemeindevertretung, fünf Wahlen in den Vorarlberger Landtag, sechs Nationalratswahlen, vier Bundespräsidentenwahlen, zwei Europawahlen, vier Landwirtschaftskammerwahlen und 19 Volksbegehren sowie eine Volksbefragung und zwei Volksabstimmungen.

Politik liegt in der Familie

Geboren wurde Werner Gächter 1939 in Koblach. Nach dem Besuch der Handelsschule in Bregenz war er von 1955 bis 1979 bei der Firma Huber Trikot, davon 20 Jahre in der neu gebildeten Abteilung Datenverarbeitung tätig. Das Interesse für Politik wurde ihm in die Wiege mitgegeben. Großvater und Urgroßvater waren Vorsteher, der Vater Gemeinderat und Gemeindesekretär, ein Vorfahre war der letzte Standesrepräsentant des Standes Neuburg, das entspricht einem Landtagsabgeordneten. EE

Zur Person

Werner Gächter

Geboren 1939 in Koblach

Ausbildung Acht Klassen Volksschule, zwei Jahre Handelsschule Bregenz, Kursbesuche in Wien und Zürich.

Beruflicher Werdegang 1955 bis 1979 bei der Firma Huber-Trikot
Politische Funktion Bürgermeister von Koblach 1979 bis 1999

Familie verheiratet, eine Tochter (27)