Vorarlberg auf Metrobuskurs

Vorarlberg / 14.11.2019 • 21:19 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Zukunft des öffentlichen Verkehrs ist „volldigital“. VN/Steurer
Die Zukunft des öffentlichen Verkehrs ist „volldigital“. VN/Steurer

Die „Straßenbahn auf Gummireifen“ gibt es zum Fahrplanwechsel noch nicht, dafür drei neue Buslinien im Walgau.

Bregenz Der neue Fahrplan ist auf Schiene, in gedruckter Form gibt es ihn allerdings nur noch auf Bestellung. Die Zukunft wird „volldigital auf allen Ebenen“, unterstreicht Mobilitätslandesrat Johannes Rauch bei der Fahrplanpräsentation im Sonderzug.

Ab 15. Dezember fahren die Busse und Züge in ganz Europa wieder anders. In Vorarlberg soll mit dem Fahrplanwechsel vor allem die Verknüpfung zwischen Bus und Bahn weiter verbessert werden. Mehr los ist aber auch auf den Gleisen. Eine Smart-Mobility-Plattform ist in Planung. Außerdem denkt man beim Landbus Unteres Rheintal intensiv über ein Metrobuskonzept nach. Das größte Highlight im neuen Fahrplan sind für Christian Hillbrand, Geschäftsführer Verkehrsverbund Vorarlberg (VVV) aber die drei neuen Buslinien im Walgau. „Die Landbuslinien im Walgau waren bislang weitgehend auf die S-Bahn ausgerichtet. Mit den neuen Schnelllinien 93, 94 und 96 und deren Anbindung an den Schnellzug REX gelingt uns eine Fahrzeiteinsparung ins Unterland oder ins Montafon von rund 15 Minuten,“ erläutert Gerhard Gmeiner, Geschäftsführer des Landbus Walgau. Das Ziel: 400 neue Jahreskartenbesitzer in den kommenden zwei Jahren. Ebenfalls neu: Im S-Bahn-Halbstunden-Takt zwischen Bludenz und Bregenz werden die letzten Lücken geschlossen. Zwischen Bregenz und St. Margrethen kommt es zu einer Verdichtung des Halbstundentaktes. Der Nachtschwärmerzug fährt künftig an Samstagen, Sonn- und Feiertagen bis Lochau und die Montafonerbahn zwischen 5.35 Uhr und 18.37 Uhr jede halbe Stunde bis Bludenz und zurück.

Metrobus

Beim Landbus Unteres Rheintal sind vorerst nur Anpassungen im Minutenbereich geplant, es gibt allerdings große Pläne: „Der entscheidende Punkt wird sein, in den nächsten zwei Monaten gemeinsam mit dem Land das Metrobuskonzept zu konkretisieren“, sagt Michael Stabodin, Geschäftsführer Landbus. Der Metrobus ist sozusagen eine „Straßenbahn auf Gummireifen“. Um die schnelleren Verbindungen zu ermöglichen, sind unter anderem zusätzliche Busspuren und eine Bevorzugung der Busse an der Ampel nötig. Die dafür ebenfalls vorgesehenen extralangen Gelenkbusse sind bereits ab Jänner im Einsatz. Für die geplante Smart-Mobility-Plattform wurden laut Hillbrand die ersten Schritte gesetzt. „Es ist jetzt schon möglich, mit der Vmobil-Card das Carsharing zu kombinieren. Ab dem nächsten Jahr haben wir Fahrradboxen und Stromtanken mit dabei und so wollen wir sukzessive weitere Dienstleistungen etablieren, damit man in Vorarlberg auch außerhalb der Städte auf das Auto verzichten kann“, erläutert der VVV-Geschäftsführer.  

Mobilitätslandesrat Rauch geht davon aus, dass es in Vorarlberg bis Jahresende rund 75.000 Jahreskartenbesitzer gibt. Das langfristige Ziel sind 100.000 und ein Zehn-Minuten-Takt. „Die Klimaschutzziele werden wir nur dann erreichen, wenn wir in der Mobilität weitere, deutliche Schritte nach vorne kommen“, unterstreicht Rauch und macht zugleich eine „klare Ansage“ an den Bund: „Eine Nahverkehrsmilliarde, die seit fünf Jahren versprochen wurde, ist ein Schlüssel dafür, dass wir im Land in die Lage versetzt werden, unser Angebot weiter auzubauen.“ vn-ger 

Die Details zu den Neuerungen im Fahrplan 2019/2020 gibt es auf VN.at.