Wald unter Druck

Vorarlberg / 15.11.2019 • 18:49 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Im Vorjahr verdreifachte sich der Anteil an Schadholz. vn/steurer
Im Vorjahr verdreifachte sich der Anteil an Schadholz. vn/steurer

Klimawandel stellt Forst vor Herausforderung.

Thüringerberg Die Klimakrise hat nun auch die Vorarlberger Wälder erreicht, da sind sich die zuständigen Forstfachmänner einig. Allein von 2017 auf 2018 stieg der Schadholzanteil beim Holzeinschlag auf 57 Prozent – eine Verdeifachung des bisherigen Werts. Grund dafür sind zunehmende Windwürfe, Kalamitäten wie Schädlinge und extreme Wetterereignisse.

„Das setzt sowohl kleine als auch große Waldbesitzer unter Druck“, erläutert Walter Amann, Obmann des Vorarlberger Waldvereins, und weiter: „Die Forstwirtschaft hat einerseits das Problem, dass sie den Wald klimatauglich umgestalten und weitere Aufgaben abdecken muss.“ Andererseits seien diese Aufgaben aufgrund der großen Schadholzmengen und des um fast 40 Prozent gefallenen Holzpreises kaum mehr zu bewältigen. „Der Holzmarkt ist nach wie vor nicht gut“, erläutert hier Rudolf Freidhager, Vorstand der Österreichischen Bundesforste AG: „Der Ausblick ist für mich auch eher bescheiden.“

Kürzlich wurden im Forst nun Strategien und Maßnahmen diskutiert. Der Konsens war, dass es die Waldbewirtschaftung insbesondere wegen der Schutzwirkungen brauche. Als mögliche Lösungen sollen die heimischen Baumbestände um sogenannte Gastbaumarten ergänzt werden, weiter brauche es dringend landesweit standortangepasste Wildbestände

Ruf nach Förderungen

Neben der gesellschaftlichen Anerkennung machen sich die Forstvertreter für Förderungen stark. „Insbesondere für kleine Waldbesitzer rentiert sich eine Waldbewirtschaftung kaum mehr“, führt Freidhager aus.

Wie Andreas Amann von der Abteilung Forstwesen erklärt, wird der Vorarlberger Waldfonds – der einzige dieser Art in Österreich – bereits mit 2 Millionen Euro unterstützt, dazu kommen noch 1,3 Millionen vom Bund. Nun werde geplant, Sonderfördersätze einzuführen, um der Problematik entgegenzuwirken. Die Höhe wurde noch nicht bekanntgegeben, die Periode soll aber mit 1. Jänner beginnen. VN-JLO