Klaus Hämmerle

Kommentar

Klaus Hämmerle

In der Tiefe seiner Seele

Vorarlberg / 16.11.2019 • 07:29 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Die Testamentsaffäre hat Vorarlberg in der Tiefe seiner Seele verwundet. Haus und Boden, der Inbegriff alemannischen Wohlstands, durch verbrecherische Machenschaften zu verlieren, war bis vor zehn Jahren ein nicht zu toppender Albtraum. Dass ein Gericht zum Ausgangspunkt dieses Verbrechens wird, hätte sich überhaupt jeglicher Vorstellungskraft entzogen. Die Dramatik der Ereignisse, die von der ersten öffentlichen Wahrnehmung des Kriminalfalls am 17. November 2009 bis zum letzten rechtskräftigen Urteil reichen, bleibt unvergessen.

Der Testamentsskandal wird einen festen Platz in der Vorarlberger Nachkriegsgeschichte einnehmen. Vergleichbar mit der Fußacher Schiffstaufe vor 55 Jahren. Zu dieser kollektiven Erinnerung wird hoffentlich auch die gründliche Aufarbeitung des Verbrechens zählen.

Die Täter wurden zur Rechenschaft gezogen, die Gerichte haben auf allen Ebenen sauber gearbeitet, auch im Umgang mit den schwarzen Schafen in ihren eigenen Reihen. Das Vertrauen lässt sich freilich nicht einfach per Beschluss herbeiführen. Das muss wachsen.

Es muss noch lange wachsen.