Dem Widerstand eine Stimme geben

Vorarlberg / 18.11.2019 • 18:03 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
In Buch wurde die neue Literatur zum Leben von Monsignore Georg Schelling im Rahmen einer Gedenkfeier vorgestellt.S. Geiger
In Buch wurde die neue Literatur zum Leben von Monsignore Georg Schelling im Rahmen einer Gedenkfeier vorgestellt.S. Geiger

Widerstand gegen NS-Regime: Erinnerungen an Georg Schelling.

Buch Die Carl Lampert Woche 2019 unter dem Motto „sprachlos“ gastierte kürzlich in der Berggemeinde. Im Fokus stand das mutige Handeln und Wirken des gebürtigen Buchers Georg Schelling (1906 – 1981). Der Priester und Chefredakteur des Vorarlberger Volksblattes informierte damals in mehreren publizierten Artikeln über das tatsächliche Vorgehen des nationalsozialistischen Regimes. Die Konsequenz folgte 1938 mit der siebenjährigen Gefangenschaft im Konzentrationslager Dachau und im KZ Buchenwald bei Weimar. Schelling blieb dabei aber nicht sprachlos. Als Lagerkaplan und mit der späteren Ernennung des Münchner Bischofs zum Dekan, rettete der Geistliche durch sein Verhandlungsgeschick vielen Menschen das Leben. Parallelen zu den Gräueltaten des NS-Regimes zog Pfarrer Marius Dumea bei seiner bewegenden Predigt.

Einzelkämpfer

Der aus Rumänien stammende Seelsorger erlebte in seiner Kindheit noch ein System, in dem Unterdrückung und Sprachlosigkeit an der Tagesordnung standen. Bei der Gedenkfeier im voll besetzten Gemeindesaal zollten neben vielen anderen Bgm. und Hausherr Franz Martin, Caritas-Direktor Walter Schmolly und Oberst Prof. Erwin Fitz dem Wirken von Georg Schelling, der 1961 den Ehrentitel „Monsignore“ erhielt, ihren Respekt. „Es waren oft Einzelkämpfer, die dem Widerstand eine Stimme gaben“, resümierte Wolfurts Dorfhistoriker DI. Richard Eberle in seinem Statement.

Als Mitinitiator der Gedenkfeier präsentierte der Bucher Ehrenbürger Ewald Hopfner das Leben von Schelling in Wort und Bild den Anwesenden, darunter die Priester Herbert Böhler und Franz Eberle, NR-Abgeordneter Norbert Sieber, Alt-Landesrat Konrad Blank sowie die Altbürgermeister Egon Troy und Erwin Mohr. Selbst Hilde Zamborin ließ sich mit stolzen 100 Lebensjahren die Veranstaltung nicht entgehen, war sie doch 1930 bei der Primiz von Georg Schelling dabei.

Neues Buch

Mit Darbietungen von „CHORios“ mit ihrem neuen Leiter Matthias Böhler zuvor in der Pfarrkirche und dem Schülerchor unter der Führung von Hubert Sinz im Gemeindesaal markierte die von Michel Stocklasa anmoderierte Buchvorstellung das Finale der Feier. Auf über 300 Seiten wird das Wirken Schellings erläutert. Das Nachschlagewerk wurde von den Autoren Wolfgang Weber, Michael Fliri und Linus Weber über die Diözese Feldkirch geschaffen. MST