Rätsel nach Feuer im Schulhof

Vorarlberg / 18.11.2019 • 21:51 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Der Containerbrand bei der Harder Schule Markt griff auf die Fassade des Gebäudes über. Feuerwehr Hard
Der Containerbrand bei der Harder Schule Markt griff auf die Fassade des Gebäudes über. Feuerwehr Hard

Nach mutmaßlicher Brandstiftung in Hard gibt es noch keine Hinweise auf mögliche Täter.

Hard Am Sonntag gegen 18.30 Uhr geriet im Innenhof der Volks- und Mittelschule Markt in Hard ein Papiercontainer in Brand (die VN berichteten). Die Flammen griffen anschließend auf die Fassade des Schulgebäudes über, auch ein neben dem Container abgestellter Pkw geriet in Brand. In der Nacht davor brannte ebenfalls in Hard ein Container in der Mesnergasse. Waren ein oder mehrere Zündler am Werk oder war es nur Zufall?

Während die Harder Feuerwehr definitiv von Brandstiftung ausgeht, ist man bei der Polizei (noch) vorsichtig. Deren Sprecher Wolfgang Dür bestätigte auf VN-Anfrage, dass absichtlich gelegtes Feuer und auch ein Zusammenhang zwischen den beiden Containerbränden zwar nicht ausgeschlossen, aber auch nicht bestätigt werden könne. Und dennoch: „Wir werden die Situation in Hard in der nächsten Zeit stärker beobachten.“ Die Erhebungen haben bisher keine konkreten Hinweise auf irgendwelche Tatverdächtige – auch im Umfeld der Schule – ergeben. Obwohl es in vergangener Zeit gerade in Hard mehrfach zu Containerbränden gekommen war, geht die Polizei nicht von einer Serie an Brandstiftungen aus.

Mitunter drohen strenge Strafen

Juristisch gesehen ist nicht jedes Legen von Feuer gleich eine Brandstiftung. Die Vollendung dieses Tatbestandes setzte eine Feuersbrunst voraus. Es muss in einer Art und Weise gebrannt haben, dass das Feuer mit gewöhnlichen Mitteln nicht mehr unter Kontrolle zu bringen war. Bei einem angezündeten Papiercontainer etwa, bei dem die Flammen mit einem Feuerlöscher eingedämmt werden können, liegt keine Feuersbrunst vor, sondern eine Sachbeschädigung. Aber auch dieses Delikt wird mit bis zu sechs Monaten Haft geahndet.

Wer aber durch das Verbrechen der Brandstiftung eine Feuersbrunst auslöst oder durch eine solche sogar das Leben oder Eigentum Dritter in Gefahr bringt, dem drohen nach § 169 Strafgesetzbuch bis zu zehn Jahre Freiheitsstrafe, wenn Menschen zu Schaden kommen, sogar bis zu 20 Jahre. Am Landesgericht Feldkirch kommt es immer wieder zu Anklagen wegen Brandstiftung – und oft zu recht unterschiedlichen Strafmaßen.

Abweichende Urteile

Im Jahr 2014 beispielsweise hatte ein 23-Jähriger in Hard mehrere Thujenhecken und zwei Papiercontainer angezündet, wurde dafür zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 21 Monaten verurteilt. Mit einer gänzlich bedingten Haftstrafe kam hingegen ein 25-jähriger Vorarlberger davon, der im Jahr 2013 aus rechtsradikalen Motiven eine Flasche mit brennendem Benzin gegen die Holzfassade des Asylantenheims in Batschuns geworfen hatte.

Zwei Jahre unbedingte Haft gab es wiederum im Jahr 2013 für einen ehemaligen Feuerwehrmann, der in Mittelberg ein Haus abfackelte, um die Versicherung zu betrügen. Sehr milde bestraft wurde hingegen ein 21-jähriger Mann, der vor Jahren in Bregenz innerhalb von sieben Minuten gleich drei Mal Feuer gelegt und dabei einen Sachschaden von 3900 Euro verursacht hatte. Er kam mit einer Diversion von 1800 Euro und damit vorerst ohne Verurteilung davon. VN-GS