Stadtorchester Feldkirch spielte im Gedenken an Carl Lampert

Vorarlberg / 18.11.2019 • 14:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Das Stadtorchester spielte in der Pfarrkirche Tisis zum Gedächtnis des seligen Carl Lampert, der vor 75 Jahren ermordet wurde.  Heilmann
Das Stadtorchester spielte in der Pfarrkirche Tisis zum Gedächtnis des seligen Carl Lampert, der vor 75 Jahren ermordet wurde.  Heilmann

Stabat Mater und Schindlers Liste wurden in Pfarrkirche Tisis vorgeführt.

Feldkirch Mit zwei außergewöhnlichen Werken und zwei bravourösen Solistinnen gedachte das Stadtorchester Feldkirch auf einem Kirchenkonzert in der Pfarrkirche Tisis dem 75-jährigen Todestag des selig gesprochenen Priesters Carl Lampert. Der aus Göfis stammende Priester wurde am 13. November 1944 vom NS-Regime in Halle an der Saale ermordet.

Das Konzert begann mit der Stabat mater von Giovanni Battista Pergolesi (1710-1736). Die Vertonung des gleichlautenden Gedichtes für Alt, Sopran, Streicher und Basso continuo hat die Schmerzen der Mutter Jesu um den gekreuzigten Jesu zum Inhalt. „Auch heute weinen Mütter“, erklärte Pfarrvikar Stefan Biondi in seiner Eröffnungsrede, „deren Söhne auf Schlachtfeldern sinnlos ihr Leben lassen, deren Kinder fanatisiert werden und mit den Eltern brechen, deren Kinder vor ihnen sterben müssen.“

Sterben und Auferstehung

Die Stabat mater besteht aus zwölf Sätzen im Wechsel von Duetten und Solo-Arien. Nadja Nigg (Sopran) und Britta Wagener (Alt) ließen in ihrem dynamischen Auftritt ihre Leidenschaft zum Gesang erkennen und rissen die Zuhörer in der Tisner Pfarrkirche mit. Jean-Jaques Rousseau soll die Eröffnung der Stabat Mater als „perfektes Duett eines Komponisten“ bezeichnet haben. Ebenso perfekt wurde es von den Sängerinnen und dem Stadtorchester vorgetragen. Das Werk wird im zwölften Satz vollendet: Das eher getragen, mit synkopischen Gesangsbögen beginnende Duett „Quando corpus morietur“ gipfelt in einem dramatischen Finale, in welchem die Herrlichkeit des Paradieses zum Ausdruck kommt. Die beiden Solistinnen erhielten vom Publikum verdientermaßen langanhaltenden Applaus.

 Die beiden Solistinnen, Nadja Nigg und Britta Wagener, beeindruckten das Publikum. Heilmann
Die beiden Solistinnen, Nadja Nigg und Britta Wagener, beeindruckten das Publikum. Heilmann

Als zweites Werk wurde „Schindlers Liste“ von John Williams aufgeführt. Damit wurde noch einmal ausdrücklich dem 75-jährigen Todestag des 2011 selig gesprochenen Priesters Carl Lampert gedacht. Das für den gleichnamigen Film von Steven Spielberg eigens komponierte Stück wurde vom Stadtorchester bravourös aufgeführt. HE