Eltern fehlt Konzept bei PFZ-Plänen

Vorarlberg / 19.11.2019 • 19:08 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Manfred Peter, Sabine Erne und Obfrau Petra Rigo vom Elternverein des PFZ Feldkirch wollen eine komplette Auflösung der Einrichtung verhindern.VN/Schweigkofler
Manfred Peter, Sabine Erne und Obfrau Petra Rigo vom Elternverein des PFZ Feldkirch wollen eine komplette Auflösung der Einrichtung verhindern.VN/Schweigkofler

Elternverein am Pädagogischen Förderzentrum Feldkirch will für Erhalt kämpfen. Stadt arbeitet an Konzept.

Gernot Schweigkofler

feldkirch Die Diskussion um das drohende Aus des Pädagogischen Förderzentrums (PFZ) in Feldkirch reißt nicht ab. Am Montagabend kam es zu einer Informationsveranstaltung der Bildungsdirektion. Die Eltern zeigen sich gegenüber den VN enttäuscht. „Wir haben das Gefühl, es fehlt an einem Konzept“, erklärt Petra Rigo. Sie ist Obfrau des Elternvereins am PFZ. „Wir werden mit einer Unmenge an Zahlen konfrontiert, aber schlüssig ist das nicht“, berichtet sie, gemeinsam mit Manfred Peter und Vize-Obfrau Sabine Erne, den VN. Für die drei ist klar: Es sollte wie vorgesehen in Altenstadt eine Volksschule mit den zusätzlichen Klassen des PFZ errichtet werden. „Andernorts werden Inklusionsschulen errichtet, warum nicht in Feldkirch?“ Rigo ist enttäuscht: „Man hat das Gefühl, dass hier das Verständnis für die Bedürfnisse der Kinder völlig fehlt“. Sie glaubt, dass es bei einem „Unterbringen“ der Kinder des PFZ in den regulären Schulen Feldkirchs am Ende nur Verlierer geben werde. Sowohl die Kinder mit besonderen Bedürfnissen als auch ihre Altersgenossen. „Und wie es dann in den Mittelschulen ausschaut, wird nie angesprochen“. Sie fürchten, dass es dort besonders schwierig werden könnte. Die Hoffnung auf ein Einlenken der Stadtvertretung haben die Eltern nicht aufgegeben. Sie sammeln Unterschriften, die an Bürgermeister Wolfgang Matt übergeben werden sollen.

Bedingungen für Stilllegung

Für Christian Kompatscher von der Bildungsdirektion ist eine Stilllegung des PFZ in vier Jahren der frühestmögliche Zeitpunkt. Ab dann sollen die Schüler in der Landesschule Jupident, dem Sonderpädagogischen Zentrum (SPZ) Rankweil, in der neuen VS Altenstadt (sechs Schüler) sowie in Integrationsklassen in Schulen Feldkirchs unterkommen. Die Berufsvorbereitungsklassen des SPZ Rankweil sowie des PFZ Feldkirch sollen ans Poly wandern: Das wird wohl erst mit einem Neubau möglich sein, der als Idee vorhanden ist. „Die Sorgen und Ängste der Eltern sind nachvollziehbar“, erklärt der Fachbereichsleiter Inklusion. „Für sie geht es um ihr Kind. Und ich argumentiere dann mit Zahlen, das geht emotional nicht zusammen.“ Die Gesprächsatmosphäre sei aber konstruktiv. Kompatscher betont, dass es nur wenige der aktuellen Schüler des PFZ betreffen würde. Mit allen betroffenen Kindern und Eltern würden jedenfalls individuelle Lösungen gesucht werden. „Die Sorgen können wir nur im Einzelgespräch nehmen“, ist Kompatscher überzeugt. Neuen Schülern würde das PFZ weiter offenstehen, man werde aber auf Alternativen, wie etwa Integrationsklassen oder Rankweil bzw. Schlins verweisen. Die Lehrer würden die nächsten vier Jahre gehalten, Nachbesetzungen bei Abgängen werde es nur nach Bedarf geben. Er geht von einer sinkenden Schülerzahl aus.

Vizebürgermeisterin Gudrun Petz-Bechter glaubt, dass der Weg vonseiten der Bildungsdirektion vorgezeichnet ist. Die Stadt arbeite jetzt an Maßnahmen, um bestehende Schulen dahingehend zu adaptieren, dass hier verstärkt auch Kinder mit besonderen Bedürfnissen in den Unterricht einbezogen werden können. Je nach Schule werde man entscheiden werden, was getan werden muss, um bestmögliche Ergebnisse zu erzielen.