Vorarbeiten für Kraftwerkssanierung gestartet

Vorarlberg / 19.11.2019 • 13:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Noch verlaufen die Druckrohre beim Kraftwerk Spullersee oberirdisch. Im Zuge der Revitalisierung des ÖBB-Kraftwerks wird sich das aber ändern. VN

ÖBB-Kraftwerk Spullersee wird bis Ende 2021 um 31 Millionen Euro überholt und an den neuesten Stand der Technik angepasst.

Wald am Arlberg Richtig ans Eingemachte geht es in Sachen Erneuerung des Spullersee Kraftwerks zwar erst im kommenden Sommer. Die Vorarbeiten, die inzwischen voll im Gang sind, haben es aber ebenfalls in sich.

In den Jahren 1919 bis 1925 als Bahnstromkraftwerk errichtet, sind wesentliche Teile des ÖBB-Kraftwerks inzwischen am Ende ihrer technischen und wirtschaftlichen Lebensdauer angelangt. Damit auch in Zukunft eine effiziente Nutzung und Herstellung von Bahnstrom gewährleistet werden kann, wird das beinahe 100 Jahre alte Kraftwerk in Wald am Arlberg bis Ende 2021 einer Frischzellenkur unterzogen; sprich auf den neuesten Stand der Technik gebracht.

Infografik zu den Bauarbeiten beim Kraftwerk Spullersee in Wald am Arlberg.
Infografik zu den Bauarbeiten beim Kraftwerk Spullersee in Wald am Arlberg.

Wichtige Vorarbeiten

In den kommenden Monaten sollen nun zunächst Vorkehrungen getroffen werden, die eine effiziente Optimierung des Werks ermöglichen. So sind etwa die Arbeiten am neuen, rund 500 Meter langen Erschließungstunnel bereits angelaufen. Dieser wird in den Berg gegraben, um die in die Jahre gekommenen Druckrohrleitungen austauschen zu können. Zudem werden die Stützen der für den Bau erforderlichen Materialseilbahn aufgestellt und eine Schutzeinhausung für die Arlbergbahnstrecke eingerichtet. Im Jänner 2020 folgt zudem die behördlich vorgeschriebene Seeentleerung.

Druckrohre verschwinden

Verläuft alles planmäßig, starten die Hauptbaumaßnahmen im kommenden Sommer. Neben dem Neubau des Stollenrohrs liegt der Fokus dabei auf dem Abbau der bestehenden Druckrohrleitungen zum Krafthaus. Wie bereits berichtet, werden diese durch ein in der Erde verlegtes, künftig nicht mehr sichtbares Druckrohr ersetzt. „Ich freue mich sehr, dass die Erneuerung des Kraftwerks Spullersee startet“, sagt Johann Pluy, Vorstandsdirektor der ÖBB-Infrastruktur AG. „Um täglich umweltfreundlich Güter und Personen mit der Bahn transportieren zu können, braucht es eine entsprechende Bahnstromversorgung. Zur langfristigen Sicherung dieser haben wir uns für den Ausbau der Bahnstromerzeugung entschlossen“, so Pluy weiter.

Große Herausforderung

Die exponierte Lage der Großbaustelle im hochalpinen Bereich bezeichnet der ÖBB-Vorstandsdirektor als große Herausforderung. „Einerseits ist es die Höhe von über 1800 Metern und andererseits natürlich der Winter, der in dieser Lage sehr hart ist. Mehrere Meter Schnee und Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt sind hier für unsere Spezialisten an der Tagesordnung“, schildert Johann Pluy.

Das Kraftwerk Spullersee stellt übrigens einen wichtigen Bestandteil der Bahnstromversorgung im Land dar. Nach Abschluss der Standortoptimierung ist das Werk bei Bedarf in der Lage, gemeinsam mit dem zweiten ÖBB-Kraftwerk in Braz die Versorgung mit Bahnstrom in Vorarlberg sicherzustellen. Insgesamt werden künftig zwölf Prozent der gesamten ÖBB-eigenen Regelleistung in Wald am Arlberg erzeugt.

Die Vorarbeiten beim Kraftwerk Spullersee sind bereits im Gang. ÖBB
Die Vorarbeiten beim Kraftwerk Spullersee sind bereits im Gang. ÖBB
Das Protal des Erschließungstunnels, durch den die in die Jahre gekommenen Druckrohrleitungen ausgetauscht werden, ist bereist erkennbar. ÖBB
Das Protal des Erschließungstunnels, durch den die in die Jahre gekommenen Druckrohrleitungen ausgetauscht werden, ist bereist erkennbar. ÖBB