Zeugen entlasten Ex-Geschäftsführer

Vorarlberg / 19.11.2019 • 21:49 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Symbolhaft: Bagger vor dem Schwurgerichtssaal, in dem derzeit im Umweltprozess nach illegal vergrabenem Müll gewühlt wird. eckerkt
Symbolhaft: Bagger vor dem Schwurgerichtssaal, in dem derzeit im Umweltprozess nach illegal vergrabenem Müll gewühlt wird. eckerkt

Häusle-Prozess: „Es gab nie eine Anweisung von Martin Bösch, Müll einfach einzugraben“, heißt es unisono.

Christiane Eckert

feldkirch Am Dienstag standen das Thema „Betriebsversammlung“ und die dort allenfalls getroffenen Anordnungen bezüglich illegalem Müllvergrabens im Zentrum des Prozesses. Die Anklage hatte unter anderem angeführt, dass bei einer Mitarbeiterversammlung vor rund dreißig Personen offiziell die Lösung des „einfach Vergrabens“ präsentiert worden sei. Und zwar vom damaligen Geschäftsführer Martin Bösch, der sich von Anfang an gegen diesen Vorwurf vehement zur Wehr setzte. Nun wurden drei Personen zu diesem Punkt befragt und sie alle dementierten, dass dies je so geschehen sei.

Personalchefin am Wort

Als Erstes kam die 50-jährige ehemalige Personalchefin von Häusle zu Wort. Sie berichtete vom Spannungsverhältnis zwischen dem ehemaligen Betriebsratsvorsitzenden und Ex-Geschäftsführer Martin Bösch. „Ich weiß nicht, was er gegen Bösch hatte, er machte ständig schlechte Stimmung gegen den Chef und seine Frau“, so die Zeugin. Der ehemalige Betriebsratsvorsitzende habe sich oft unsachlich und unprofessionell gegeben und ständig nach Fehlern gesucht. Dieser Betriebsratsvorsitzende ist es auch, der später laut einem Zeitungsartikel Bösch belastet haben soll. „Bösch habe angeordnet, Müll einzugraben“, heißt es in dem Artikel. Ein Bericht, der, so der Betriebsratsvorsitzende als Zeuge, verkürze und verstümmle. Doch dazu später. Die Personalchefin ist sich jedenfalls sicher: „Bösch gab niemals die Anweisung, illegal Müll zu vergraben“. Es ging um sieben und andere Verarbeitungsschritte, Genaueres habe sie von den Fachausdrücken nicht verstanden.

Als zweiter Zeuge wird der Geschäftsführer einer anderen Abfallwirtschaftsfirma vernommen. Er war einst an Häusle beteiligt und von 2008 bis 2012 als Logistikleiter tätig. Zuständig auch für den Fuhrpark. Er ist sich zu 1000 Prozent sicher, dass Bösch niemals die Anweisung gab, illegal Müll einzugraben. Wäre das der Fall gewesen, hätte er das Gespräch mit Bösch gesucht. Es sei sehr wohl bei dieser Betriebsversammlung im Sommer 2015 um Gärreste gegangen. Aber um die bestmögliche Nutzung dieses Materials und um mehrere Möglichkeiten, wie man dies bewerkstelligen könne. Und nicht um eine schnelle Lösung durch Eingraben. Auch der einstige Betriebsratsvorsitzende entlastet Bösch nun.  Der Artikel, worin er Bösch „belaste“, sei verkürzt, falsch und missverständlich. Man sei nur einer Sensation nachgehetzt. Er habe das alles nie so gesagt, meint der Ex-Betriebsrat. Von illegalem Eingraben habe Bösch nie gesprochen, so sagt der Mann jedenfalls heute.