Gedenkstätte für den ermordeten Michi Perauer

Vorarlberg / 20.11.2019 • 07:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Unmittelbar nach der Bluttat wurden am Tatort Kerzen und Blumen in Erinnerung an den Ermordeten abgelegt. VN/HÄMMERLE

Die Familie Perauer wünscht sich die Errichtung einer Gedenktafel im Areal der Dreiheiligenkirche in Innsbruck.

Innsbruck, Bregenz Am kommenden Montag jährt sich zum ersten Mal der grausame Mord an dem damals 21-jährigen Bregenzer Michael Perauer in der Innsbrucker Bogenmeile. Während der Prozess gegen den Beschuldigten, einen 25-jährigen Afghanen, morgen, Donnerstag, am Landesgericht Innsbruck beginnt, setzen die Familie Perauer, die Stadt Innsbruck und die Diözese Innsbruck einen beeindruckenden Akt der Erinnerung.

Gemeinsames Werk

Neben der Dreiheiligenkirche in unmittelbarer Nähe des Tatorts soll eine Gedenkstätte für den ermordeten Bregenzer entstehen. Exakt zur selben Zeit, zu der der Prozess gegen den mutmaßlichen Täter im Landesgericht Innsbruck läuft, wollen die Angehörigen gemeinsam mit einem hohen Vertreter der Diözese Innsbruck die Möglichkeit der Anbringung einer Gedenkstätte besprechen. „Es wäre dies unser Wunsch“, sagt Theresia Perauer. Schon seit einiger Zeit besteht ein Kontakt der Angehörigen mit der Stadt Innsbruck, die sich bereit erklärt hat, dem so tragisch ums Leben gekommenen jungen Mann eine Erinnerungstafel zu gewähren. Innsbrucks Bürgermeister Georg Willi persönlich hat die Familie getroffen und ihr sein Mitgefühl und seine Solidarität bekundet.

„Für uns ist das ein sehr wichtiger Akt im Umgang mit dem Tod unseres Sohnes. Die Idee selbst ist eigentlich vom Innsbrucker Stadtrat gekommen“, berichtet Teresia Perauer, die Mutter des Ermordeten. Michael Perauer war am 25. November des Vorjahrs mitten auf der Straße durch einen Stich in den Hals getötet worden, als er sich mit einer Gruppe von Freunden auf der Innsbrucker Bogenmeile befand. „Wir haben dieses Treffen im Sinne von Michi bewusst zum Zeitpunkt des Prozesses gewünscht. Einerseits um uns abzulenken, andererseits um gerade in diesen Stunden einen Akt gegen Hass und Hetze zu setzen“, beschreibt Teresia Perauer die Beweggründe für ihr Handeln. „Das Gericht wird seine Aufgabe erledigen. Dem wollen wir uns nicht entgegenstellen. Wir werden dem Prozess jedoch nicht beiwohnen. Wir möchten unseren Blick auf die Liebe und das Verständnis ausrichten“, sagt die Mutter weiter.

Michael Perauer wurde am 25. November vor einem Jahr in Innsbruck brutal ermordet. Die Erinnerung an ihn lebt. VN/Paulitsch
Michael Perauer wurde am 25. November vor einem Jahr in Innsbruck brutal ermordet. Die Erinnerung an ihn lebt. VN/Paulitsch

Die Perauers haben ein intensives Jahr der Trauerbewältigung hinter sich. „Am Anfang war da die Wut. Aber die konnten wir jetzt ablegen. Wir wissen, dass wir mit dieser Aktion ganz im Sinne von Michi handeln. Ihm war jedes Gefühl von Hass ebenso fremd“, beteuert Theresia Perauer.

Gedenkfeier zu Hause

Direkt am Tatort wollten die Perauers die Gedenktafel für ihren Sohn nicht errichtet sehen. „Das wäre an dieser Stelle gewiss nicht ideal gewesen. Die Dreiheiligenkirche wäre der richtige Ort zum Gedenken“, sagt die Mutter. Vorarlberger Studenten sollen die Gedenkstätte mitgestalten. „Da gibt es ja einige, die Michi gekannt haben. Die sind alle eingeladen, ihre Ideen einzubringen.“

Am kommenden Montag steht Michael Perauer in seiner Heimat Bregenz im Mittelpunkt des Gedenkens. „Wir werden ihm zu Ehren anlässlich seines Todestags eine stimmungsvolle Feier abhalten. Es soll wie ein Geburtstagsfest sein“, erzählt die Mutter.