Pfarrhof Düns wird zu Wohnhaus

Vorarlberg / 20.11.2019 • 18:51 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Der denkmalgeschützte Pfarrhof Düns wird einer Generalsanierung unterzogen und anschließend sinnvollen Nachnutzung zugeführt. VN/JLO
Der denkmalgeschützte Pfarrhof Düns wird einer Generalsanierung unterzogen und anschließend sinnvollen Nachnutzung zugeführt. VN/JLO

Diözese erwirbt Gebäude und investiert 700.000 Euro in Sanierung.

DÜNS Der Pfarrhof Düns fristet seit etlichen Jahren ein eher kümmerliches Dasein. Seit rund 20 Jahren steht das Gebäude, das sich im Besitz der Pfarre befindet, leer. In jüngster Vergangenheit war man in der Gemeinde immer wieder darum bemüht, das in die Jahre gekommene Gebäude einer sinnvollen Nutzung zuzuführen.

Auf der Suche nach einer Lösung für die Sanierung des Pfarrhofs trat man vor etwa acht Jahren auch mit der Vogewosi in Verhandlungen. Die Idee: Das unter Denkmalschutz stehende Haus sollte durch einen Neubau von sechs Wohnungen erweitert werden und dadurch Kostensynergie für die kostspielige Sanierung des Altbestandes erwirkt werden. Das Vorhaben sollte in der Folge aber unter anderem am erforderlichen Bedarf für das Wohnbauprojekt scheitern, womit man wieder bei null starten musste.

Geld für Kirchensanierung

Da in der Kleingemeinde mit rund 300 Katholiken parallel zum maroden Pfarrhof inzwischen auch eine Innensanierung der Pfarrkirche ansteht, mussten nun Nägel mit Köpfen gemacht werden. Aufgrund der komplexen kirchenrechtlichen Verhältnisse und der angespannten finanziellen Situation in der Pfarre verständigte man sich darauf, die Liegenschaft der Diözese zu einem „fairen, marktüblichen Preis“ zu veräußern. Die Einnahmen sollen in weiterer Folge in die Kirchensanierung investiert werden.

„Es ist nicht unser Bestreben, landauf landab Liegenschaften aufzukaufen. In diesem speziellen Fall war es aber der beste gangbare Weg“, sagt Andreas Weber, Finanzkammerdirektor der Diözese Feldkirch. „Unsere Strategie ist es, neben der Kirche immer auch eine Liegenschaft im Kirchenbesitz zu erhalten“, begründet er die Entscheidung, das Anwesen nicht veräußern zu wollen.

Seitens der Gemeinde wird dieser Schritt mit Wohlwollen aufgenommen. „Wir sind froh, dass der Pfarrhof erhalten bleibt und die dringend erforderliche Sanierung endlich erfolgt. Aus Sicht der Gemeinde ist dieser Schritt durchaus zu begrüßen“, so Bürgermeister Gerold Mähr. Auch beim Pfarrkirchenrat ist man grundsätzlich froh, endlich eine Lösung gefunden zu haben. Dennoch macht man keinen Hehl daraus, dass man die Liegenschaft lieber im eigenen Besitz behalten hätte. „Wenn es eine andere Lösung gegeben hätte, wäre uns das natürlich auch recht gewesen. Wir haben aber schlicht kein Geld für die Sanierung. Die Liegenschaft bleibt im Besitz der Kirche, das ist gut so“, so Kilian Moll vom Pfarrkirchenrat.

Nachdem alle Formalitäten geklärt sind, soll noch heuer mit der Dachsanierung begonnen werden. In weiterer Folge soll das rund 130 Jahre alte Haus im kommenden Jahr einer Komplettsanierung unterzogen und an die Fernwärme angeschlossen werden. Weber rechnet dabei mit Kosten von rund 700.000 Euro.

Danach wird das 140 Quadratmeter große Gebäude als Wohnhaus für eine Familie zur Verfügung stehen. „Die Vermietung wird in Abstimmung mit der Pfarrgemeinde erfolgen“, versichert Weber abschließend.

„Es ist nicht unser Bestreben, landauf landab Liegenschaften aufzukaufen.“