Wie Jugendliche spielerisch das Programmieren lernen

Vorarlberg / 20.11.2019 • 17:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Dozent Daniel Rotter (l.) und Tutor Christoph Loacker stehen den Jugendlichen an den Freitagnachmittagen an der FH Vorarlberg beim Programmieren zur Seite. VN/HARTINGER

Das zweite Modul des Code Base Camps gibt Einblick in die digitale Welt.

Dornbirn Zahlreiche Freitage und Samstage haben über 40 Jugendliche in den vergangenen Wochen freiwillig mit Lernen verbracht. Sie haben am zweiten Modul des Code Base Camps teilgenommen, Programmiergrundlagen im Allgemeinen gelernt und dies konkret mit JavaScript umgesetzt. An einem der letzten Nachmittage dieses Moduls lernen die Nachwuchsprogrammierer, wie sie Rechtecke und Kreise zeichnen. Dazu steht Dozent Daniel Rotter an der Tafel, schreibt die Programmierbefehle auf, damit der Computer die gezeichnete Form mit schwarzer Farbe ausfüllt, das Programm einen Umfang zeichnet. Er erklärt, welchen Befehl man eingeben muss, damit sich die vorprogrammierte Füllfarbe in eine andere Farbe wandelt. „Bei HTML und CSS haben die Jugendlichen relativ schnell im Browser gesehen, was sie programmiert haben. Mit JavaScript und den damit verbundenen Programmiergrundlagen ist das Ganze schon etwas komplizierter geworden und erfordert mehr Geduld von unseren Teilnehmerinnen“, erklärt Dozentin Sabrina Rosman. Diese Grundlagen lernen die Jugendlichen im Hinblick auf das nächste Modul. Im dritten Modul, das Ende November startet, werden sie ein Spiel programmieren. „Bei dem Spiel Breakout muss der Spieler mit dem Schläger den Ball so lenken, dass der Ball Mauersteine, also Rechtecke trifft, die sich am oberen Bildschirmrand befinden, und diese zum Verschwinden bringen“, gibt Daniel Rotter einen kleinen Einblick. Der Dozent, der mit seinen Schülern auch schon einen Taschenrechner programmiert hat, ist von der Einstellung der Jugendlichen positiv überrascht. „Ich bin fasziniert, wie motiviert die Jugendlichen sind und wie gerne sie mitmachen. Freitagnachmittag ist eher ein schwieriger Termin.“

Einer der Jugendlichen, die am Freitagnachmittag das Code Base Camp besuchen, ist Leonard Ramersdorfer. Der 13-Jährige findet das zweite Modul herausfordernd. „Aber es macht Spaß, wenn man den vermittelten Stoff verstanden hat. Ich bin beim dritten Modul auch mit dabei“, ist sich der Rankweiler sicher.

Heuer wurden die Module erstmals auf zwei Termine aufgeteilt. „Eine Gruppe nimmt am Freitagnachmittag, die andere am Samstagvormittag am Modul teil. So können auch Jugendliche weiter dabei sein, die am Freitagnachmittag Schule haben“, schildert Russmedia-Projektkoordinatorin Julia Lins.

Interesse wecken

Doch worum geht es beim Code Base Camp überhaupt? Ziel ist es in vier Modulen Interesse an diesem zukunftsträchtigen Digitalisierungsbereich zu wecken und zu zeigen, dass es vielfältige Berufe gibt. Jugendliche im Alter von 13 bis 16 Jahren sollen dabei auf spielerische Weise den Umgang mit verschiedenen Programmiersprachen und Tools erlernen. Die Veranstaltung ist auf Initiative von Russmedia in Schwarzach und der FH Vorarlberg (FHV) in Dornbirn entstanden. Unterstützt wird das Camp vom Land Vorarlberg, der Wirtschaftskammer, den illwerke vkw sowie den Unternehmen Omicron, Blum und Rhomberg.

Umfrage: Wie gefällt dir das Code Base Camp?

Mir gefällt es so gut, dass ich beim nächsten Modul auch dabei bin. Man muss schon konzentriert sein, da der Stoff herausfordernd ist. Aber dank Teamarbeit haben wir noch jede Aufgabe gelöst. Fabian Dolak, Koblach, 14

Der Kurs gefällt mir sehr gut, da ich trotz Programmiererfahrung Neues lerne. Ich hoffe, die Urkunde erleichtert mir den Zugang zur HTL Dornbirn. Ich möchte den Zweig Betriebsinformatik besuchen. Haci-Ebrar Ergün, Bregenz, 14

Mir gefällt, dass man Einblick in die Welt des Programmierens bekommt. Ich möchte ein T-Rex-Jump-Spiel programmieren. Davor hatte ich keine Erfahrung. Die weiteren Module möchte ich auch besuchen. Luca Cioran, Feldkirch, 14