Netzwerk für ein würdiges Sterben

Vorarlberg / 21.11.2019 • 18:16 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Erweiterung der Palliativstation im Landeskrankenhaus Hohenems war dringend geboten, nachdem die Wartelisten immer länger wurden.khbg
Die Erweiterung der Palliativstation im Landeskrankenhaus Hohenems war dringend geboten, nachdem die Wartelisten immer länger wurden.khbg

Hospiz am See, Palliativstation und Mobiles Palliativteam sind ausgelastet.

bregenz, hohenems Heute, Freitag, beginnen im Montforthaus in Feldkirch die 2. Feldkircher Onkologietage. Ziel des Austausches ist es, im Sinne der Patienten ein Netzwerk aufzubauen, das nicht nur die onkologisch tätigen Abteilungen in den Krankenhäusern sowie Ärzte im niedergelassen Bereich umfasst, sondern auch jene Einrichtungen, in denen Menschen die letzten Schritte ihres Lebens gehen.

Abgestuftes Vorgehen

Dazu gehören das von der Caritas geführte „Hospiz am See“ in Bregenz, die Palliativstation im Landeskrankenhaus Hohenems sowie das Mobile Palliativteam. „Es ist angedacht, die palliative Versorgung auf eine noch breitere Basis zu stellen“, bestätigte OA Klaus Gasser, Leiter des Hospiz, auf VN-Nachfrage. Dabei ist vor allem an eine Verbesserung des ambulanten Angebots gedacht. Jeder, der es braucht, soll es erhalten, egal in welchem Teil des Landes er zu Hause ist. Die Zusammenarbeit der beiden stationären Einrichtungen wird als gutes Miteinander bezeichnet. „Wir tauschen uns immer wieder aus“, sagt Gasser. Der Leiter der Palliativstation im LKH Hohenems, OA Otto Gehmacher, spricht bei der Betreuung von Patienten von einem abgestuften Vorgehen, das sich bewährt habe. Oft würden Patienten sowohl im „Hospiz am See“ als auch auf der Palliativstation angemeldet. „Dann entscheiden wir bedürfnisgerecht“, erklärt Klaus Gasser. Gebraucht werden Hospiz, Palliativstation und ambulantes Palliativteam gleichermaßen. Das „Hospiz am See“, das mit acht Betten gestartet ist, hat im Mai auf zehn Betten erweitert. „Wir sind eigentlich durchgehend belegt“, verweist Klaus Gasser auf eine Auslastung von über 95 Prozent. Im ersten Jahr kamen mehr als die Hälfte der Gäste, wie die Patienten im Hospiz genannt werden, aus dem Bezirk Bregenz. Inzwischen hat sich das Einzugsgebiet deutlich ausgedehnt.

Wartelisten für Palliativstation

Trotz Aufstockung der Bettenzahl von zehn auf 16 ist auch die Palliativstation im LKH Hohenems voll. Es gibt immer noch Wartelisten, „aber die sind nicht mehr so lang“, betont Otto Gehmacher. Dringende Fälle könnten immer aufgenommen werden. Er hat zudem festgestellt, dass die Hemmschwelle, in die Palliativstation zu kommen, gesunken ist und diese Abteilung nicht mehr nur als Sterbeort gesehen wird, was Gehmacher unter anderem dem Hospiz zuschreibt. An wen die onkologisch tätigen Abteilungen ihre Patienten zuweisen, wird übrigens nach festgelegten Kriterien entschieden. Beide Ärzte werden morgen, Samstag, beim Kongress die Situation der palliativen Versorgung im Land erläutern. VN-MM

„Jeder, der eine palliative Betreuung braucht, soll sie auch bekommen.“