Aktuelles Recht: Erbschaftsteuern

Vorarlberg / 24.11.2019 • 09:00 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
APA

Von Dr. Felix Karl Vogl, Rechtsanwalt in Schruns.

Erbschaftsteuern spielen beim Erben in Österreich keine Rolle mehr. Oder doch? Der Schein trügt: So wie das Leben immer internationaler wird, so nennen immer mehr in Österreich wohnhafte Menschen Vermögen im Ausland, insbesondere auch Immobilien, ihr Eigen.

Beschränkte und unbeschränkte Steuerpflicht

Hat ein Verstorbener in Österreich seinen Wohnsitz, so kann für den erbrechtlichen Erwerb von Liegenschaften, die im Ausland gelegen sind, dennoch Erbschaftsteuer anfallen. War der Verstorbene in Österreich ansässig und ein Erbe hat seinen Wohnsitz im Ausland, so muss der Erbe sich mit dem Erbschaftsteuerrecht seines Wohnsitzstaates beschäftigen. Hatte der Verstorbene gar Wohnsitze in mehreren Staaten, so kann das Erbschaftsteuerrecht gleich in mehreren Ländern zuschlagen.

Beim Tod ist es zu spät

Stirbt jemand mit Vermögen im In- und Ausland, greift das Steuerrecht mehrerer Länder zu. Dann ist es zu spät und die Hinterbliebenen können nur noch hoffen, dass Doppelbesteuerungsabkommen oder Einzelfallerledigungen Linderung bringen. Wer nicht auf das Prinzip Hoffnung setzen will, sorgt frühzeitig vor. Eine Möglichkeit wäre, erbschaftssteuerlich schädliche Wohnsitze aufzugeben oder solches Vermögen noch zu Lebzeiten zu übertragen.

In manchen europäischen Staaten gelten Erbschaftsteuersätze von 80 % und mehr, zum Teil ohne Abzug von Schulden. Die Inanspruchnahme professioneller Hilfe kann sich also je nachdem, welche Staaten beteiligt sind, recht rasch „auszahlen“.