Nach umstrittener Lehrerbewertungsapp: Nun gibt es „Kindsieg“

Vorarlberg / 25.11.2019 • 18:00 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
KINDSIEG

Die Parodieapp „Kindsieg“ ist die Antwort auf die umstrittene Lehrerbewertungsapp Lernsieg: Lehrpersonen sollen Schüler per App bewerten. Unterdessen Lehrerlisten von Vorarlberger Schulen offline.

Erst vor wenigen Tagen ging die App zur Bewertung von Lehrpersonen wieder offline. Der Grund: Hass-Mails an den erst 18-jährigen Initiator der Lernsieg-App. Schüler konnten mit der App die Leistung ihrer Lehrer ähnlich wie bei anderen Bewertungsportalen mit bis zu fünf Sternen in den Kategorien Fairness, Pünktlichkeit und Durchsetzungsvermögen beurteilen. Eine Kommentarfunktion gab es nicht. Die österreichische Lehrer-Gewerkschaft hatte die App bereits vor dem Start scharf kritisiert.

Unbekannte App-Entwickler haben den Spieß nun umgedreht: Mit der „Kindsieg“-App soll Pädagogen die Möglichkeit gegeben werden, „Kinder einfach und bequen zu bewerten“, heißt es auf der Website. Wenn die Lehrer die Kinder schlecht bewerten, fällt dies auf die Eltern zurück. „Fällt ein Kind unter eine bestimmte Marke, so wird automatisch die Familienbeihilfe gekürzt“, steht auf der Seite. Demnach soll die Familienbeihilfe um die Hälfte, wenn nicht sogar komplett gestrichen werden, bevor das Jugendamt kommt.

Parodie

Dass es sich um eine Parodie der Lernsieg-App handelt, daran lässt auch die Anschrift der Adresse keinen Zweifel: Das „KindSieg HQ“, eine „Gesnbh“, soll sich in der „Alberner Hafenzufahrtsstraße“ befinden.

Lehrerlisten auf Homepages in Vorarlberg offline

Unterdessen zogen die ersten Vorarlberger Schulen Konsequenzen aus dem Start der umstrittenen App: So ging etwa die zuvor öffentlich einsehbare Lehrerinnen- und Lehrer-Liste des Bundesgymnasiums und Bundesrealgymnasiums Feldkirch Rebberggasse mit dem Verweis „Aus Gründen des Datenschutzes bzw. der missbräuchlichen Verwendung der Daten wurde die Lehrer/innenliste von der Homepage entfernt“ offline.