VN-Podcast: „Man greift schneller zum Messer“

Vorarlberg / 25.11.2019 • 09:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Denifl sprach über Mordfälle, Geschworene und den Weißen Ring. VN/PAULITSCH

Stefan Denifl vom Weißen Ring ortet einen Anstieg schwerer Gewaltverbrechen.

Dornbirn Wer in Österreich in den vergangenen Monaten etwas über den Weißen Ring gelesen hat, tat dies wahrscheinlich im Zusammenhang mit Opfern von Gewalt in staatlichen Pflegeheimen. Die Opferschutzorganisation wickelt die Hilfen für die Stadt Wien ab. In Vorarlberg trat sie vor allem nach schweren Gewaltverbrechen in Erscheinung. Die Organisation unterstützt Verbrechensopfer und deren Angehörige, wie ihr Vorarlberger Leiter Stefan Denifl in der VN-Woche erläutert.

Rund 50 Fälle betreut der Weiße Ring pro Jahr; derzeit zum Beispiel die Opfer eines schweren Raubüberfalls in Rankweil und die Angehörigen des Opfers eines Mordfalls in Dornbirn Haselstauden. „Es soll sich um einen Täter aus dem Ausland handeln, der noch nicht gefasst wurde“, schildert er. Der Polizei stellt Denifl jedoch ein gutes Zeugnis aus. „Die Aufklärungsrate in Vorarlberg ist sehr hoch.“ Sein prominentester Fall betrifft den Mord an der Bezirkshauptmannschaft Dornbirn.

Keine Förderung in Vorarlberg

Insgesamt glaubt Denifl, dass schwere Gewaltverbrechen zugenommen haben. „Es hat Jahre gegeben, in denen es zu keinem Mord kam. Mittlerweile sind es drei bis vier Mordfälle pro Jahr. Auch bei den Messerattacken habe ich den Eindruck, dass sie zugenommen haben.“ Bei Streitereien werde schneller zum Messer gegriffen.

Der Weiße Ring finanziert sich durch Spenden, zudem fördern manche Bundesländer die Organisation . „In Vorarlberg gibt es leider keine Förderung.“ Was er davon hält, was das öffentliche Interesse bei Fällen wie dem Mord an der BH Dornbirn für Angehörige heißt und was Geschworenengerichtsbarkeit für Täter bedeutet, erzählt er in der aktuellen Folge der VN-Woche auf VN.at und allen gängigen Podcast-Plattformen.