Engagement für Kunst und Kultur

Vorarlberg / 26.11.2019 • 17:51 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Sein Wirken hinterließ viele Spuren in Vorarlberg.
Sein Wirken hinterließ viele Spuren in Vorarlberg.

Dr. Edwin Oberhauser (1926 bis 2019), starb im 94. Lebensjahr.

Ernest Enzelsberger

GÖTZIS Am 17. November 2019 ist Dr. Edwin Oberhauser, seit 2014 Träger des Großen Verdienstzeichens des Landes Vorarlberg, nach einem ereignisreichen Leben im 94. Lebensjahr im Beisein seiner Familie sanft entschlafen. Sein langjähriges Engagement für Kunst und Kultur hat in Vorarlberg viele Spuren hinterlassen.

Er wurde am 22. Juni 1926 in Dornbirn geboren. Ab 1937 war er Schüler des Privatgymnasiums in Bischofshofen. Ende 1944 musste er zum Reichsarbeitsdienst in Saalfelden einrücken und war dort als Kurier eingesetzt. Nach dem Krieg besuchte er die Realschule in Dornbirn und maturierte dort 1947.

Anschließend studierte Edwin Oberhauser Rechtswissenschaften in Innsbruck und promovierte 1952 zum Dr. jur. Im Jahre 1948 war er der katholischen Studentenverbindung Austria Innsbruck beigetreten. Die Gerichtspraxis absolvierte er in Innsbruck, danach folgte eine Rechtsanwaltspraxis, bis er 1954 in die Grazer Wechselseitige Versicherung eintrat. Dort erfolgte 1969 seine Bestellung zum Direktor der neu gegründeten Landesdirektion Vorarlberg. Diese Funktion übte er bis zu seiner Pensionierung 1984 aus.

Nach seiner 1958 geschlossenen Ehe mit Hildegard, geborene Steurer aus Götzis, wurde in der Breite das neue Eigenheim bezogen. Der Ehe entstammten zwei Söhne, Wolfgang und Manfred sowie sieben Enkelkinder. Seine Gattin starb 1998. Im Jahre 1972 war Edwin Oberhauser Gründungsmitglied des Lions Club Montfort in Feldkirch. In der Lionsfamilie war er als Präsident, Zonenchairman, Vizegovernour und Vorsitzender der Kommission für internationale Zusammenarbeit in der Bodenseeregion, tätig und stand auch Pate bei der Gründung des Lionsclub Bregenz. Für seine großen Verdienste um die Lions-Bewegung erhielt er zahlreiche Auszeichnungen.

Seit 1971 war Edwin Oberhauser Mitglied beim Vorarlberger Landesmuseumsverein und war in mehreren Fachausschüssen tätig. 1985 wurde er einstimmig zum Vereinspräsidenten gewählt. Dem Verein stand er 22 Jahre vor.

In der Zeit seiner Präsidentschaft pflegte er eine enge Zusammenarbeit mit in Vorarlberg kulturell tätigen Vereinen. Auch die finanzielle Sanierung und anschließend die bedeutende Förderung von kulturellen Belangen sowie die Unterstützung der Denkmalpflege fallen in seine Funktionsperiode. Während seiner Präsidentschaft wurden rund 140.000 Euro in die Sicherung von Kulturgütern investiert. Durch seine Initiative wurden herausragende museale Stücke erworben und an die jeweiligen Museen, vor allem an das Vorarlberg Museum, übergeben. Unter anderem erfolgte der Erwerb des bedeutendsten Münzfundes, welcher je in Vorarlberg getätigt wurde, nämlich jener vom Schlösschen Sonderberg in Götzis. Dieser Münzfund wurde bei der 150-Jahrfeier des Vorarlberger Landesmuseumsvereins 2007, in deren Rahmen Edwin Oberhauser altersbedingt als Präsident zurücktrat, dem Vorarlberg Museum bzw. dem Land Vorarlberg geschenkt. Großes Engagement zeigte er auch bei der Restaurierung des Jonas Schlössle in Götzis. Als besonderen persönlichen Beitrag sponserte er dafür die Sonnenuhr.

Sein ganzes Leben war er ein begeisterter Sammler. Dabei konzentrierte er sich auf alles, was mit Vorarlbergs Geschichte zusammenhängt. Als Mitglied der Akademischen Verbindung Austria Innsbruck war er auch Mitglied der Feriensippe Montfort. In der Turnergruppe der Montforter fand er seinen sportlichen Ausgleich. Damit und mit seinen vielen Bergtouren, die ihn auf fast alle Gipfel Vorarlbergs und des benachbarten schweizerischen Alpsteins führten, hielt er sich fit.

Bis ins hohe Alter war er mit Gesundheit gesegnet. Der brutale nächtliche Raubüberfall im Jahre 2013 auf ihn in seinem Schlafzimmer hinterließ jedoch gesundheitliche Spuren, von denen er sich lange nicht erholte. Seit einem Oberschenkelbruch im Jahre 2018 war er auf Betreuung angewiesen.

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