Rankler Sternen hat noch einen Sommer offen

Vorarlberg / 26.11.2019 • 18:17 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Zukunft des „Sternen“ sorgt heuer für viel Gesprächsstoff an den Stammtischen im Land. VN/Steurer
Die Zukunft des „Sternen“ sorgt heuer für viel Gesprächsstoff an den Stammtischen im Land. VN/Steurer

Statt Gebäude wird GmbH verkauft. Gasthaus-Aus im Herbst 2020.

Gernot Schweigkofler

Rankweil Das drohende Aus des Traditionsgasthauses Sternbräu in Rankweil hat hohe Wellen geschlagen und sorgt für Gesprächstoff an den Stammtischen. Auch weil seit dem angekündigten Verkauf im Juni augenscheinlich nichts passiert ist. Sternen-Wirt Gunther Wetzel hatte geplant, das Gebäude an einen Bauträger zu verkaufen, seine Cousine hatte daraufhin das Vorkaufrecht gezogen. Die Beiden liegen im Streit. Die VN berichteten. 

Jetzt kommt wohl alles ganz anders. Denn wie der Sternenwirt den VN mitteilt, wird das Gebäude doch nicht verkauft. Stattdessen werde die Sternbräu GmbH neue Besitzer erhalten. Der frühere Sternenwirt – Helmut Wetzel – habe das Grundstück samt Gebäude bei der Gründung der GmbH mit eingebracht, die Immobilie sei also im Besitz der GmbH. Die neuen Gesellschafter, die aus der Immobilienbranche kommen, würden nicht verkaufen, sondern entwickeln. Mietwohnungen sollen entstehen. Der Kaufvertrag sei fixiert, der Verkauf gehe mit Jahresende über die Bühne. Mit dem vereinbarten Kaufpreis werde die Gesellschaft erst die Gläubiger Wetzels bedienen, der Rest diene einem Neustart. Zur Kaufsumme wollte sich Wetzel nicht äußern. Aus einer Gastro-GmbH werde aber eine Immobilien-GmbH. Wetzel hat zudem das angrenzende Grundstück an den neuen Inhaber verkauft, was eine Entwicklung des Areals einfacher macht.

Versteigerung drohte

Gunther Wetzel zeigt sich zufrieden. Das sei für alle Seiten die beste Lösung, ist er überzeugt. Der Wirt erklärt gegenüber den VN, warum er diesen Schritt setzte. „Wir haben, seitdem das Vorkaufsrecht durch meine Cousine gezogen wurde, nichts mehr von ihr gehört“, sagt er. Dann habe der größte Gläubiger, eine Bank, Schritte in Richtung Zwangsversteigerung des Sternen sowie der anliegenden Immobilie gesetzt. Das könne man damit abwenden. Wetzel ist überzeugt, einen rechtlich sauberen Weg gefunden zu haben. Wetzels Cousine möchte gegenüber den Medien keine Stellung abgeben.

Für die Gäste des weithin bekannten Sternbräu bedeutet der Verkauf, dass es erst einmal weitergeht: „Im kommenden Sommer wird der Biergarten des Sternen offen haben. Das ist fix“, erzählt Wetzel. Im Herbst 2020 gebe es dann eine große Abschiedsfeier, spätestens am 15. Oktober sei Schluss, das sei vertraglich fixiert.

Er werde einen Neustart machen und habe weiter die Markenrechte am Sternbräu inne. Am jetztigen Areal könne deshalb auch kein neuer „Sternen“ entstehen, das sei geregelt. Wo es Wetzel hinzieht, ist noch offen, aber auch Rankweil sei noch im Rennen. Mit getilgten Schulden und Startkapital werde man sicher eine gute Lösung finden, ist er überzeugt. Bisher hätten die vorhandenen Schulden Verhandlungen erschwert. Das neue Sternbräu werde jedenfalls kleiner werden, das habe er mit dem Schwiegersohn schon vereinbart, der soll mittelfristig den Betrieb übernehmen.

„Im kommenden Sommer wird der Biergarten des Sternen offen haben.“