Syrien-Rückkehrerin aus Vorarlberg

Vorarlberg / 26.11.2019 • 18:13 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
38 Mitglieder der Grazer Taqwa-Moschee gingen 2014 in das Bürgerkriegsland Syrien, um sich dem IS anzuschließen. Reuters
38 Mitglieder der Grazer Taqwa-Moschee gingen 2014 in das Bürgerkriegsland Syrien, um sich dem IS anzuschließen. Reuters

Frau bei Dschihadisten-Prozess in Graz als Zeugin befragt.

bregenz, graz In Graz stehen elf mutmaßliche Dschihadisten vor Gericht. Ihnen werden Verbrechen der terroristischen Vereinigung, der kriminellen Organisation und der staatsfeindlichen Verbindung vorgeworfen. Alle Angeklagten, die ihre Unschuld beteuern, haben ein Naheverhältnis zur radikalen Grazer Taqwa-Moschee. Am Dienstag ging es um die drei angeklagten Frauen der Gruppe. Als Zeugin war auch eine Syrien-Rückkehrerin aus Vorarlberg geladen. Die angeklagten Frauen hatten angegeben, dass im Glaubensverein nie über den Dschihad oder eine Auswanderung nach Syrien zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gesprochen worden sei. Allerdings sollen 38 Mitglieder der Moschee in zwei Gruppen 2014 in das Bürgerkriegsland gereist sein, um sich dem IS anzuschließen. Von der ersten Gruppe kehrte niemand zurück.

Hohe Haftstrafen

In der zweiten Welle begaben sich drei Familien mit zwölf Kindern nach Syrien. Angesichts der Zustände vor Ort versuchten sie recht bald, wieder zu fliehen. Das gelang nach 15 Monaten. Zwei der Ehepaare sind bereits in Graz zu Haftstrafen verurteilt worden, das dritte Paar wurde von der Türkei nach Bosnien abgeschoben. Als Zeuginnen wurden nun die beiden Ehefrauen geladen, die vor Gericht über ihre Gespräche mit den anderen Frauen in der Grazer Moschee berichten sollten. Eine der Zeuginnen ist in Vorarlberg aufgewachsen. „Wir haben zuerst nicht verstanden, wie man nach Syrien gehen konnte“, schilderte die Frau ihre Empfindungen gegenüber der ersten Auswanderer-Gruppe. Doch innerhalb von zwei Monaten hätten ihr Mann und sie ihre Ansichten geändert. „Ich bin gegen Gewalt, aber was in der Religion vorgegeben ist, kann ich nicht beeinflussen.“ Das syrische Abenteuer endete für das Paar mit hohen Haftstrafen. Die andere Zeugin ist noch bis 2022 in Haft. Sie gab an, dass das Kalifat durchaus Thema in der Moschee gewesen sei. Der zuständige Landesrat konnte zum Fall der Frau aus Vorarlberg nichts sagen, ihm war der Vorgang nicht bekannt. Zudem könnten keine konkreten Auskünfte zu einer bestimmten Person erteilt werden. Das Büro von Sicherheitslandesrat Christian Gantner verweist für weitere Anfragen an den Landesverfassungsschutz (LVT). VN-MIP, RAM