AKW Mühleberg geht vom Netz

Vorarlberg / 28.11.2019 • 19:34 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Das AKW Mühleberg, rund 110 Kilometer südwestlich von Basel, produziert seit 1972 Strom. Reuters
Das AKW Mühleberg, rund 110 Kilometer südwestlich von Basel, produziert seit 1972 Strom. Reuters

Stilllegungsprozess startet am 20. Dezember. Erfreuliche Nachricht für Vorarl-berg.

Basel, Bregenz Der Countdown für die Stilllegung des ersten Schweizer Kernkraftwerks Mühleberg läuft. Am Freitag, 20. Dezember dieses Jahres, wird der Betrieb eingestellt. Nach 47 Jahren Leistungsbetrieb wird das AKW vom Netz genommen, anschließend beginnt die Stilllegung. Um 12.30 Uhr werden manuell zwei Knöpfe gedrückt, um das Atomkraftwerk für immer abzuschalten. Danach wird der Druck im Reaktor abgebaut. Innerhalb von sieben Stunden fällt die Reaktor-Wassertemperatur von 280 auf unter 100 Grad Celsius.

Bis am Sonntag, 22. Dezember, soll das Herunterfahren abgeschlossen sein. Unmittelbar nach den Feiertagen, am 6. Jänner 2020, beginnen die Rückbauarbeiten. Um die 200 BKW-Mitarbeiter und je nach Phase bis zu 80 zusätzliche Arbeitskräfte werden bis 2030 mit dem Rückbau beschäftigt sein. Von der Gesamtmasse des Kraftwerks sind rund acht Prozent radioaktiv verunreinigt. Etwa 4000 Tonnen müssen speziell entsorgt werden. Der Betreiber hat für den Rückbau umgerechnet 1,3 Milliarden Euro bereitgestellt. Erst im Jahr 2034 wird das Areal in Mühleberg wieder landwirtschaftlich oder industriell genutzt werden können. Positiv aufgenommen haben Sicherheitslandesrat Christian Gantner und Energielandesrat Johannes Rauch in Vorarlberg die Ankündigung, wonach das Schweizer AKW Mühleberg seinen Leistungsbetrieb einstellt. Die klare Haltung des Landes sei unverändert: „Die Kernenergie ist eine unbeherrschbare Risikotechnologie, die so rasch wie möglich beendet werden muss.“ Vier Schweizer Reaktorblöcke bleiben vorerst in Betrieb: Beznau I und Beznau II aus den Jahren 1969 und 1971 nahe der deutschen Grenze bei Waldshut-Tiengen sowie Gösgen (1969) und Leibstadt (1984).