Jetzt sind die Bagger am Zug

Vorarlberg / 28.11.2019 • 18:48 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Ein Blick in die Zukunft: So soll der Bahnhof Hard-Fußach nach der Fertigstellung Ende 2022 aussehen. ÖBB
Ein Blick in die Zukunft: So soll der Bahnhof Hard-Fußach nach der Fertigstellung Ende 2022 aussehen. ÖBB

Spatenstich für Streckenausbau Lauterach-Lustenau. In zwei Jahren sollen die Züge zweigleisig fahren.

Hard Die Vorarbeiten sind geleistet. Die Eidechsen befinden sich in ihren Ersatzlebensräumen. Am Bahnhof Hard-Fußach wurde ein provisorischer Bahnsteig im Falkenweg errichtet. Jetzt sind die Bagger auf der Strecke am Zug. Am Donnerstag fand der symbolische Spatenstich für das derzeit größte ÖBB-Projekt in Vorarlberg statt.

Unter dem Titel „nahverkehrsgerechter Ausbau und Attraktivierung“ wird zum einen die knapp 6,5 Kilometer lange Strecke zwischen Lustenau und Lauterach zweigleisig ausgebaut, zum anderen wird mit Lauterach-West eine neue Haltestelle errichtet und die Haltestelle Hard-Fußach zu einer Mobilitätsdrehscheibe umgebaut. Mit der Fertigstellung sollen dann auch die Personenverkehrszüge über die Südschleife von Lustenau nach Dornbirn rollen können. „Letztlich wollen wir einen 30-Minuten-Takt von Vorarlberg in die Schweiz anbieten können und den Zugang für unsere Fahrgäste zu den Zügen wesentlich erleichtern“, sagt Franz Bauer, Vorstandsdirektor ÖBB-Infrastruktur AG.

Zunächst liegt der Fokus auf den Erd- und Tiefbauarbeiten für den neuen Streckenunterbau. Ab Mitte Juli 2020 ist der Abschnitt Lustenau-Lauterach zwei Monate lang gesperrt. In dieser Zeit werden laut ÖBB nicht nur die Gleise, sondern auch die Brücken, Eisenbahntragwerke und Durchlässe auf Vordermann gebracht. Der Zeitplan sieht vor, dass die zweigleisige Strecke Ende 2021 in Betrieb genommen wird. Ein Jahr später sollen die beiden Bahnhöfe folgen. Inklusive der Planungen kostet das Projekt knapp 90 Millionen Euro.

„Neue Ära“

Landtagspräsident Harald Sonderegger spricht von einer „neuen Ära“ für den öffentlichen Personennahverkehr. Eva Hammerer (Grüne), die in Vertretung von Mobilitätslandesrat Johannes Rauch nach Hard kam, ergänzt: „Mit dieser Bahnhofsoffensive in Verbindungen mit den Busverbindungen in die Fläche schaffen wir ein Angebot, mit dem wir noch mehr Menschen zum Umsteigen bewegen können.“ Das glaubt auch der Harder Bürgermeister Harald Köhlmeier. Er prognostiziert: Die Frequenzen werden drastisch zunehmen und der zweigleisige Ausbau und die damit verbundene Öffnung der Südschleife den ÖPNV in der Region ganz gewaltig voranbringen. Der Lauteracher Bürgermeister Elmar Rhomberg räumt ein, dass es in seiner Gemeinde auch kritische Stimmen zu dem Projekt, im Speziellen zur Haltestelle Lauterach-West, gegeben hat. Mittlerweile würden allerdings über 99 Prozent aller Bürger an der Bahn dieses Projekt durchaus positiv sehen, ist er überzeugt. Derzeit steht noch eine Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofs aus. Ein direkter Anrainer hat dort eine außerordentliche Revision eingebracht. VN-ger

Zeitplan

bis Ende 2021 Fertigstellung der wesentlichen Arbeiten und Inbetriebnahme der zweigleisigen Strecke

bis Ende 2022 Inbetriebnahme der beiden Haltestellen Hard-Fußach und Lauterach West

bis Ende 2023 Abschluss der Restarbeiten und ökologischen Ausgleichsmaßnahmen