Schlusstag im Häusle-Prozess: Ermattung im Gerichtssaal

Vorarlberg / 28.11.2019 • 19:00 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Der Verhandlungsmarathon im Häusle-Prozess ging am Donnerstag am Landesgericht Feldkirch mit sieben Freisprüchen zu Ende. VN/SAMS

Das lange Verfahren forderte von allen Beteiligten höchste Konzentration und eine gute Kondition.

Feldkirch Es war ja nicht so, dass die profunden Experteninformationen über Besonderheiten der Abfallwirtschaft besondere Spannungsmomente ausgelöst hätten. Nein, von daher musste der Häusle-Prozess in seiner dramaturgischen Ausformung natürlich jene enttäuschen, die Spannung und ein Gerichtsdrama erwartet hätten.

Der Schlusstag mit den Freisprüchen für sieben von acht Angeklagten entbehrte aufwühlender Momente. Zumal Richter Andreas Böhler mit der Urteilsverkündung um kurz nach halb neun die Katze gleich aus dem Sack ließ und seine darauffolgenden Ausführungen wieder jene volle Konzentration einforderten, die schon an den vorangegangenen Prozesstagen gefragt war. Dort, wo gewöhnlich acht Geschworene sitzen, saßen sieben Anwälte, der Small Talk vor dem Schlussakt des Mammut-Prozesses hatte viel von business as usual. Die Freigesprochenen zeigten sich kaum überrascht, ihre Erleichterung geriet zu einer stillen Botschaft. Eine gewisse Ermattung hatte Platz gegriffen.

Aufs Damenklo

Aufgeregt schien höchstens ein Besucher zu sein, der es nicht erwarten konnte, bis die Herrentoilette frei wurde und sich an einer verdutzten Dame vorbei hastig ins Damenklo verfügte. Der Häusle-Prozess könnte vorbei sein. Staatsanwältin Konstanze Manhart wirkte ob des klaren Verlaufs etwas bedrückt. Ob sie noch Rechtsmittel gegen das Urteil anmeldet, scheint nicht sicher. Der Richter schloss mit einem Dank an alle Beteiligten des Verfahrens. Dieses war professionell. Wer die Verantwortung für Tausende Tonnen unsachgemäß entsorgten Müll trägt, wird dennoch wohl nie geklärt werden.