Geheiligte Werbebotschaft

Vorarlberg / 29.11.2019 • 21:42 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Caritasdirektor Walter Schmolly (2. v.l.) und die Coca-Cola-Weihnachtsconnection.
Caritasdirektor Walter Schmolly (2. v.l.) und die Coca-Cola-Weihnachtsconnection.

Honorar als Spende 25 Jahre lang war Norbert Loacker (66) Landesvorsitzender der Gewerkschaft in Vorarlberg, 25 Jahre, in denen er viel mit Arbeitnehmervertretern zu tun hatte, aber nie in die Verlegenheit geriet, Vergünstigungen und Privilegien angeboten zu bekommen. Erst zum Endspurt geriet er in eine solche Situation und die meisterte er nun souverän. Loacker empfahl einem Nachbarn, der sein Grundstück verkaufen wollte, auf dessen Nachfrage, doch einmal mit dem ehemaligen Vizepräsidenten der Wirtschaftskammer Vorarlberg, Hermann Metzler (67), ein Götzner wie Loacker und zudem ein früherer Mitschüler des Gewerkschafters, zu reden. Gesagt, getan. Das Geschäft kam zustande und damit begannen die Schwierigkeiten. Loacker wäre eine Provision zugestanden. Doch der wollte sie auf keinen Fall annehmen. Alle möglichen Varianten, wie er das Geld nicht in Empfang nehmen musste, wurden gewälzt. An seiner Abschiedsfeier in Koblach dann die Lösung. Das Geld – mehrere Tausend Euro – wurde gespendet – offiziell und unter Beisein Metzlers – an Toni-Russ-Preisträgerin Susanne Marosch (45), deren Verein „Geben für Leben“ zur Bluttypisierung vielen Menschen das Leben rettet.

Schöne Bescherung 5000 Weihnachtsessen für ganz Österreich will Coca-Cola in Kooperation mit der Caritas heuer spendieren, und zwar unter anderem auch in den Vorarlberger Caritas-Cafés. Dafür posiert denn auch der Vorarlberger Caritasdirektor Dr. Walter Schmolly (55) mit einem Coca-Cola-Vertreter auf einem PR-Foto nebst dem Christkind und einem Gesellen, der bei der Katholischen Kirche eigentlich eher unbeliebt ist, dem Weihnachtsmann. Die Frage ist nun, ob die Caritas als Nothilfeorganisation in eigener Sache da nicht einigermaßen sorglos gehandelt hat. Denn der in den USA Santa Claus genannte Gabenbringer, der nur lose auf dem heiligen Nikolaus basiert, erfüllt laut Internetportal der Österreichischen Bischofskonferenz allein den Zweck, Produkte zu verkaufen: „Man könnte ihn sogar als Heiligen der Werbebranche bezeichnen“, heißt es dazu auf dem Webportal der Katholischen Kirche vergleichsweise distanziert. Der Verwechslungsgefahr mit dem mildtätigen Bischof Nikolaus von Myra will die Kirche eigenen Worten zufolge eigentlich gegenwirken: „Kirchliche Verbände versuchen seit Jahren vermehrt wieder den Unterschied zwischen dem Heiligen Nikolaus und dem allseits gegenwärtigen Weihnachtsmann aufzuzeigen.“

Pinker Beobachter Die offizielle Präsentation des Bludenzer ÖVP-Bürgermeisterkandidaten Simon Tschann (27) sorgte kürzlich für großes Interesse. Neben Landeshauptmann Markus Wallner (52) und Bürgermeister Mandi Katzenmayer (68) hielt auch Wirtschaftskammerpräsident Hans Peter Metzler (54) eine flammende Motivationsrede, um die Anwesenden auf den bevorstehenden Wahlkampf einzuschwören. Dies wurde auch vom designierten Bürgermeisterkandidaten der Neos, Maximilian Fritsche (63), mit wachem Interesse verfolgt. Wie man hörte, war der pensionierte Apotheker einer der ersten, der sich für die Veranstaltung in der Fabrik Klarenbrunn angemeldet hatte.