Harder Hafenpläne: Eine Frage, viele Meinungen

Vorarlberg / 29.11.2019 • 13:25 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Im vollbesetzten Kammgarn kamen vor der Volksabstimmung am Sonntag noch einmal alle Parteien zu Wort.  VN/PAULITSCH

Beim VN-Stammtisch zu den Hafenplänen in Hard ging es zum Abschluss noch einmal zur Sache.

Hard Was soll künftig mit dem Harder Hafenareal und dem Ufer passieren? Braucht es den geplanten Durchstich, und wenn ja warum? Was wäre, wenn sich die Harder Stimmberechtigten bei der Volksabstimmung am Sonntag dagegen aussprechen würden? Und wie transparent war eigentlich die Bürgerbeteiligung? Beim VN-Stammtisch am Donnerstagabend im Kammgarn in Hard stellten sich Vertreter von ÖVP, Grünes Hard, SPÖ, FPÖ, Harder Liste, der Wirtschaftsgemeinschaft Hard und der Initiative „Gemeinsam für Hard“ den Fragen von VN-Redakteurin Marlies Mohr und des Publikums. Wer einen hitzigen Schlagabtausch erwartet hatte, wurde vermutlich enttäuscht. Die Diskussion ging im Wesentlichen sachlich und fair über die Bühne.
Die Positionen sind klar. Grünes Hard, SPÖ und Harder Liste sind der Meinung, dass es den Durchstich für eine vernünftige Gestaltung des Hafens nicht braucht. Für Bürgermeister Harald Köhlmeier (ÖVP) ist er hingegen das „Rückgrat“ des Projekts. „Es geht um eine Entflechtung der Nutzung und eine bessere Lenkung der Frequenzen vor allem im Sommer“, erläutert er. Johann Wolff, Obmann der Wirtschaftsgemeinschaft (Wige) Hard wundert sich, dass nach zwei Jahren Projektarbeit plötzlich alles in Frage stellt werde. „Mir geht es darum, „dass die Geschäfte und die Gasthäuser überleben“, sagt er und verweist auf die bessere Ortsanbindung, die mit dem Durchstich geschaffen werde. Markus Gritschacher von der FPÖ Hard stört, dass man immer nur vom Sommer redet: „Wenn sich das Leben am Seepark abspielt, hast du auch in den Wintermonaten Frequenz“, ist er überzeugt. „Das ist kein politisches Projekt, es geht um die Zukunft von Hard“, ergänzt er.
Für Anton Weber (Harder Liste) ist das größte Übel, dass die Verlegung der Schiffe eine Vorgabe an die Architekten gewesen sei. Das ganze Projekt sei um die Schiffe aufgebaut. SPÖ-Chef Martin Staudinger sieht das ähnlich. Komisch findet er auch, „dass man sagt, wir brauchen unbedingt einen Durchstich“, gleichzeitig aber alles nicht genau geplant sei. Eva Hammerer (Grünes Hard) ist ebenfalls überzeugt: „Die Belebung des Hafens ist sicher ohne Durchstich möglich.“ Ihre Befürchtung ist auch, dass den Geschäften im Dorf der Todesstoß gegeben wird, wenn der Markt in den See verlagert werde. Johann Wolff beruhigt: „Mit liegen 16 E-Mails von Geschäften, die den Markt aus dem Ortszentrum weghaben wollen.“ Eva Schwendinger von „Gemeinsam für Hard“ kritisiert, dass immer suggeriert werde, dass der Durchstich alternativlos sei. Außerdem ist für sie das Leitbild nicht transparent. „Wir wissen nicht, wo die Ergebnisse herkommen und es ist leider auch nicht erhoben worden“, fordert Schwendinger eine Stelle, die die Bürgerbeteiligung künftig koordiniert. Eine solche kann sich auch der Bürgermeister vorstellen. Der Vorwurf von Weber sei hingegen „völlig haltlos“. Die Verlegung der Schiffe sei ein Punkt unter vielen gewesen. „Mich stimmt bedenklich, dass man diese Schiffe als Eventschiffe abtut und Horrorszenarien zeichnet“, meint er. Mit dem Leitbild habe man versucht einen möglichst zeitgemäßen Ansatz zu verfolgen. Es wäre schade, wenn man alles auf den Durchstich fokussiere. Wichtig sei das gr0ße Ganze.
Am Sonntag (1. Dezember) sind die 10.106 Harder Stimmberechtigten gefragt. Sie sollen entscheiden, ob die Gemeinde im Zuge der Umsetzung des „Leitbilds zur Hafen- und Ufergestaltung 2030“ den vieldiskutierten Durchstich schaffen soll.

Ich würde mir wünschen, dass sich mehr junge Menschen mit diesem Thema auseinandersetzen und genau überlegen, wie sie ihren zukünftigen Wohnort gestalten wollen. Es soll nicht nur um Ja oder Nein gehen. Mir fehlen mögliche weitere Optionen für die Zukunft. Christina Grabherr, 33
Ich würde mir wünschen, dass sich mehr junge Menschen mit diesem Thema auseinandersetzen und genau überlegen, wie sie ihren zukünftigen Wohnort gestalten wollen. Es soll nicht nur um Ja oder Nein gehen. Mir fehlen mögliche weitere Optionen für die Zukunft. Christina Grabherr, 33
Ich bin gegen den Durchstich, weil sich mir der Sinn nicht erschließt. Man will eine 9000 Quadratmeter große Fläche abtragen, damit zwei Schiffe einfahren können. Das kann nicht das Ziel sein. Diese Projektplanung die vorliegt, lässt sich auch ohne den Durchstich umsetzen. Thomas Götz, 43
Ich bin gegen den Durchstich, weil sich mir der Sinn nicht erschließt. Man will eine 9000 Quadratmeter große Fläche abtragen, damit zwei Schiffe einfahren können. Das kann nicht das Ziel sein. Diese Projektplanung die vorliegt, lässt sich auch ohne den Durchstich umsetzen. Thomas Götz, 43
Ich lebe zwar in Kennelbach, aber mein Lebensgefährte wohnt in Hard. Ich spreche mich gegen den Durchstich aus. Das Projekt lehne ich vor allem aus Kostengründen und aufgrund des Umweltschutzes ab. Ich möchte nicht, dass man in die Natur eingreift. Claudia Koller, 49
Ich lebe zwar in Kennelbach, aber mein Lebensgefährte wohnt in Hard. Ich spreche mich gegen den Durchstich aus. Das Projekt lehne ich vor allem aus Kostengründen und aufgrund des Umweltschutzes ab. Ich möchte nicht, dass man in die Natur eingreift. Claudia Koller, 49
Ich möchte keinen Durchstich zwischen dem Zoll- und dem Sporthafen. Ich weiß nämlich bis heute nicht, welche Gesamtkosten durch dieses große Projekt anlaufen werden. Das ist meine größte Sorge. Es wäre interessant, dass wir das von den Verantwortlichen erfahren. Benno Kopp, 63
Ich möchte keinen Durchstich zwischen dem Zoll- und dem Sporthafen. Ich weiß nämlich bis heute nicht, welche Gesamtkosten durch dieses große Projekt anlaufen werden. Das ist meine größte Sorge. Es wäre interessant, dass wir das von den Verantwortlichen erfahren. Benno Kopp, 63
Ich bin noch immer hin und hergerissen, ob der Durchstich eine gute oder schlechte Sache ist. Deswegen besuche ich gerne Diskussionsveranstaltungen, um mir die Meinungen von beiden Seiten anzuhören. So kann ich am Sonntag eine gute Entscheidung treffen. Susanne Marosch, 45
Ich bin noch immer hin und hergerissen, ob der Durchstich eine gute oder schlechte Sache ist. Deswegen besuche ich gerne Diskussionsveranstaltungen, um mir die Meinungen von beiden Seiten anzuhören. So kann ich am Sonntag eine gute Entscheidung treffen. Susanne Marosch, 45
Die Gemeinde hat zu wenig Möglichkeiten ausgelotet, um diesen Durchstich zu vermeiden. Der Industriehafen wurde meines Wissens mit keinem Wort erwähnt. Bei einer langfristigen Betrachtung sollte das Konzept aber im gesamten Gemeindegebiet beachtet werden. Hartmut Stimpel, 72

Vom VN-Stammtisch in der Kammgarn Hard berichten: Geraldine Reiner, Tanja Schwendinger (Texte); Roland Paulitsch (Fotos)