Mit neuen Säcken gegen Mikroplastik

Vorarlberg / 29.11.2019 • 19:37 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Bei der PET-Parade traten Kinder und Jugendliche gemeinsam gegen Plastik auf. Auch im Bioabfall landet laut Umweltverband noch immer zu viel davon. vn/Steurer
Bei der PET-Parade traten Kinder und Jugendliche gemeinsam gegen Plastik auf. Auch im Bioabfall landet laut Umweltverband noch immer zu viel davon. vn/Steurer

Im Abfallbereich stehen einige Neuerungen an.

Dornbirn Eine aktuelle Gallup-Umfrage der Arge Österreichischer Abfallwirtschaftsverbände stellt dem Vorarlberger Abfallsystem grundsätzlich ein gutes Zeugnis aus. „Die Bürger sind damit auch überdurchschnittlich zufrieden“, erläutert Rainer Siegele, Umweltverbands-Obmann und Bürgermeister von Mäder. Es gibt aber auch Problemkinder. Eines davon ist laut Umweltverband der Bioabfall. „Noch immer landen über zehn Prozent Fremdstoffe im Bioabfall. Das sind vor allem Kunststoffsäcke, in denen im Haushalt die Bioabfälle vorgesammelt werden“, sagt Siegele. Zur Problemlösung beitragen sollen biologisch abbaubare Stärkesäcken, die bis Ende 2021 landesweit in den Einsatz kommen. „Am besten den Bioabfall lose sammeln oder mit einem Papiersack vorsammeln und einen belüfteten Kübel nehmen“, empfiehlt Abfallberater Jürgen Ulmer.

Herausforderung Recyclingquote

Damit ist es aber noch nicht getan. Herbert Koschier, Geschäftsführer des Umweltverbandes, verweist auf die EU-weit vorgegebene Recyclingquote. „Bei Kunststoff soll sie zum Beispiel bis zum Jahr 2025 von 25 auf 50 Prozent erhöht werden, und bis 2030 auf 55 Prozent. Momentan liegen wir bei einer Quote von 22 Prozent“, führt er aus. Um diese Herausforderung zu meistern, sei Mehrweg ein wichtiger Schlüssel. „Aber letztlich wird uns das in Vorarlberg, mit dem hohen Trenngrad den wir haben, nur gelingen, wenn wir ein Pfandsystem einführen. Dorthin zielen auch unsere Bemühungen“, unterstreicht der Geschäftsführer. Ein weiteres Problemkind: Lebensmittelabfälle. „Die Vorarlberger werfen jährlich noch genießbare Lebensmittel im Wert von 45 Millionen Euro in den Abfall“, verdeutlicht Kerstin Formanek, die unter anderem die Plattform „Lebensmittel sind kostbar!“ betreut. Herbert Koschier resümiert: Der Kunststoff müsse reduziert und die Sammelmengen an Bioabfall und Kunststoff erhöht werden. „Das hat natürlich auch alles mit Klimaschutz zu tun“, ergänzt Rainer Siegele. „Je weniger Kunststoff produziert wird, je weniger Lebensmittel weggeschmissen werden, desto besser ist es für das Klima. Kunststoff ist ein großes Problem, das geht hin bis zum Mikroplastik.“ vn-ger