Tierische Sorgenkinder

Vorarlberg / 29.11.2019 • 18:25 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Im Tierheim herrscht gerade Hochbetrieb. Marco Milohnic kümmert sich seit 13 Jahren um das Wohl seiner Schützlinge. VN/Sams
Im Tierheim herrscht gerade Hochbetrieb. Marco Milohnic kümmert sich seit 13 Jahren um das Wohl seiner Schützlinge. VN/Sams

Immer mehr Kaninchen landen im Tierheim, vor allem im Winter.

Dornbirn Tierpfleger Marco Milohnic (36) ist schon früh auf den Beinen. Schließlich warten rund 30 Hunde, 50 Katzen und 20 Kleintiere darauf, gefüttert und versorgt zu werden. Wenn die Temperaturen sinken und der erste Schnee fällt, herrscht im Vorarlberger Tierschutzheim Hochbetrieb. „Kaninchen sind momentan unsere größten Sorgenkinder. Es geht gerade drunter und drüber“, erzählt Marco Milohnic, während er bei den Kleintieren nach dem Rechten sieht.

Seit 13 Jahren ist der diplomierte Tierpfleger im Tierheim in Dornbirn tätig. „In den letzten Jahren gab es einen spürbaren Anstieg an Neuzugängen bei den Kleintieren, vor allem im Winter“, beklagt er. Der Grund dafür liegt für ihn auf der Hand. „Die Menschen informieren sich vor der Anschaffung eines Tieres zu wenig über die Haltung.“ Zwar können Kaninchen auch im Winter in einem Außengehege gehalten werden, aber wenn die Ställe unisoliert sind, sollten die Besitzer die Tiere ins Haus nehmen. „Dann erst merken viele Tierhalter, dass das viel Arbeit bedeutet, dass unangenehme Gerüche entstehen können oder die Haltung im Haus aufgrund einer Allergie nicht möglich ist“, zählt der Tierpfleger die häufigsten Gründe auf. „Und dann landen sie bei uns.“ Die Wiedervermittlung der Tiere laufe „glücklicherweise sehr gut“, informiert Tierschutzheim-Marketingleiter Clemens Giselbrecht (31). Alleine in diesem Jahr bekamen laut Giselbrecht 50 Kaninchen aus dem Tierheim Dornbirn ein neues Zuhause. Insgesamt gelang es von rund 1000 Tieren, die heuer aufgenommen wurden, 750 zu vermitteln. „Das ist ein guter Schnitt“, sagt Giselbrecht.

Weihnachtszeit

Die Anschaffung eines Tieres sollte generell wohlüberlegt sein, mahnt Tierpfleger Marco Milohnic. Die bevorstehende Weihnachtszeit treibt ihm schon jetzt die Sorgenfalten ins Gesicht. „Leider stehen Tiere meist ganz oben auf dem Wunschzettel der Kinder. Davon rate ich eindringlich ab. Gerade bei Kaninchen sollte man sich bewusst sein, dass das keine Kuscheltiere sind. Sie zählen zu den Fluchttieren.“ Auch wenn die Freude über den niedlichen Zuwachs anfangs groß sein mag, habe die Erfahrung gezeigt, dass Kinder schnell das Interesse an den Vierbeinern verlieren und die Tiere nach Weihnachten wieder im Tierheim landen. Sollte man sich entscheiden, ein Haustier bei sich aufzunehmen, rät Milohnic, sich vorab gut zu überlegen, welches Tier zu einem passt. „Ratten beispielweise sind sehr sozial und umgänglich.“

Um den unüberlegten tierischen Weihnachtsgeschenken vorzubeugen, habe es sich bewährt, das Tierschutzheim über die Weihnachtszeit zu schließen. Dies gilt von
7. Dezember bis 6. Jänner. VN-TAS