„Auch im Alter noch aktiv sein“

Vorarlberg / 01.12.2019 • 19:46 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Schwärzler: „Die Tätigkeit im elterlichen Sportgeschäft war mir zu eng.“VN/Paulitsch
Schwärzler: „Die Tätigkeit im elterlichen Sportgeschäft war mir zu eng.“VN/Paulitsch

Neues Buchprojekt, Abenteuercamps, Mundharmonika Club Rheintal, Naturfotografie.

DORNBIRN „Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen“ – dieser Ausspruch von Johann Wolfgang von Goethe ist das Lebensmotto von Siegfried (Sigi) Schwärzler (65).

Der gebürtige Dornbirner ist seit drei Jahren als Vizeleutnant beim österreichischen Bundesheer in Pension. Für ihn ist es wichtig, nach seinem Leitspruch „Nicht was ich erreicht habe interessiert mich, sondern das, was noch vor mir liegt“, stets nach vorne zu schauen.

Leidenschaftlicher Naturfotograf

Sigi Schwärzler ist unter anderem als Hobbyhistoriker, Buchautor, Bergsteiger und leidenschaftlicher Naturfotograf aktiv. Als Erlebnispädagoge veranstaltet er mit Schulkindern und Erwachsenen Abenteuercamps von jeweils drei Tagen. Daran nehmen 20 Kinder und sechs bis zehn Erwachsene teil. Die Kinder entdecken dabei (wieder) ihren Zugang zur Natur. In diesen Tagen lautet das Motto „Abenteuer pur inmitten der Natur“.

Erwachsene lernen Wissen und Fertigkeiten im Umgang mit den Herausforderungen der Natur. Bei einem Wintercamp gibt es die Möglichkeit, sich in der Gruppe Überlebenstechniken für Kälte und Schnee anzueignen und bei einem Spezialtriathlon gilt es, eine Strecke von 100 Kilometern in 18 Stunden zu bewältigen. Schwärzler: „Dabei sind gute körperliche Kondition, Durchhaltevermögen und Orientierungssinn entscheidend.“

Die Grundlage für diese Aktivitäten bildet die Spezialausbildung Schwärzlers beim Jagdkommando des Bundesheers, die er 1975 absolviert hat. Sie ist als „Ranger-Ausbildung“ bekannt.

Buch über das Rotlichtmilieu

„Vor rund zehn Jahren habe ich angefangen, Bücher zu schreiben und diese im Eigenverlag herausgebracht“, schildert Schwärzler. So entstand mit Peter Tschernegg ein Buch über die Vorarlberger Standschützen im Ersten Weltkrieg, weiters „400 Jahre Dornbirner Schützenwesen“, „Keine Schonzeit – Wilderergeschichten aus Vorarlberg“ und „Grenzfieber – im Land der Schmuggler und Schwärz(l)er“. Derzeit arbeitet Schwärzler an einem Buchprojekt über „Macht und Sex – Mord und Totschlag“. Dabei geht es um das Rotlichtmilieu in Vorarlberg von 1970 bis 2000.

Die nächste große Skitour hat er auch schon geplant: Sie soll ihn 2020 nach Bolivien auf die Vulkane Huayna Potosi (6088 Meter) und auf den 6346 Meter hohen Parinacota führen. Zuletzt absolvierte er Touren im Kaukasus, im Armenischen Hochland und im Hohen Atlas. Im fast fertigen Projekt „Hart an der Grenze“ hat es sich Schwärzler in der Pension zum Ziel gesetzt, mit mehreren Alpinisten den Grenzsteinen folgend den Weg rund um Vorarlberg in Angriff zu nehmen. Mittels GPS wird dabei der Grenzverlauf ständig überprüft und dokumentiert.

Ewiger Student

Sigi Schwärzler musiziert auch noch in der von Barbara Kevenhörster geleiteten Chromatic Harmonie Gruppe im Mundharmonika Club Rheintal. Auch Kontakte zum Bundesheer bestehen noch. So ist er in der Geschäftsführung der Gesellschaft für Landesverteidigung und Sicherheitspolitik in Vorarlberg tätig und ist im Vorstand der Unteroffiziersgesellschaft als Schriftführer aktiv.

„Ich habe vor zehn Jahren die Studienberechtigungsprüfung abgelegt und wollte an der Universität Innsbruck Geschichte studieren. Diesen Plan möchte ich wieder aktivieren“, kündigt Schwärzler abschließend an. EE

Zur Person

Siegfried Schwärzler

Geboren 1954 in Dornbirn

Ausbildung Volks- und Hauptschule, Handelsschule

Beruflicher Werdegang Unteroffizier beim Bundesheer, zahlreiche Spezialverwendungen, Jagdkommandokurs, Heeresskilehrer- und Bergführer

Familie verheiratet, ein Sohn, zwei Enkelkinder