Die Ex-Ehefrau als Golddiebin verklagt

Vorarlberg / 01.12.2019 • 22:39 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die 62-jährige Angeklagte zeigte sich vor Gericht entsetzt über die Vorwürfe ihres Ex-Ehemanns, schlussendlich wurde sie freigesprochen. vn/gs
Die 62-jährige Angeklagte zeigte sich vor Gericht entsetzt über die Vorwürfe ihres Ex-Ehemanns, schlussendlich wurde sie freigesprochen. vn/gs

Oberländer zeigte nach der Scheidung seine Verflossene wegen Diebstahls an.

Feldkirch Die 62-jährige Angeklagte will ihn gar nicht mehr sehen, ihren gleichaltrigen einstigen Ehemann. Auch nicht bei der Verhandlung am Landesgericht Feldkirch. Doch diesmal bleibt ihr die Konfrontation mit ihm nicht erspart, wenn auch nur für wenige Minuten. Denn die nutzt der Geschiedene als angebliches Diebstahlsopfer und Zeuge einmal mehr dazu, seiner Ex-Frau einen ganzen Reigen von Vorwürfen entgegenzuschmettern: „Ich kam von den Ferien zum Haus zurück. Da stellte ich fest, dass die Bürotüre aufgebrochen war. Lautsprecher der Stereoanlage fehlten, ein Fensterreinigungsgerät, eine Kaffeemaschine, die Fernbedienung für das Garagentor und ein Radio.“

Verschwundener Rollcontainer

Das Schlimmste jedoch war ein verschwundener Rollcontainer. „In dem Behälter waren Silbermünzen und Goldmünzen aufbewahrt, die mir meine Tante geschenkt hatte“, behauptet der 62-Jährige gegenüber Richter Richard Gschwenter.

Und wer hatte hier wohl die langen Finger im Spiel? Für den Zeugen gibt es hier keinen Zweifel: Es kann nur seine ehemalige Gattin gewesen sein. „Sie hatte während meiner Abwesenheit einen Schlüssel zum Haus. Damit sie ihr Zeug ausräumen kann. Ich rief sie an und war ziemlich sauer und aufgebracht. Doch sie behauptete, sie habe nichts mitgenommen, was nicht ihr gehöre“, beteuert er. Die Angeklagte selbst bricht während der Verhandlung ständig in Tränen aus. Aus Entrüstung und Fassungslosigkeit ob der Vorwürfe, wie es scheint. Sie weist jede Schuld von sich. „Ich war gar nicht informiert darüber, dass der überhaupt Goldmünzen hat.“ Im Übrigen gebe es einen Scheidungsvergleich, laut dem ihr 10.000 Euro zustehen würden. Vom Richter um ihr letztes Wort vor der Urteilsverkündung gebeten, hält sie sich kurz und bündig: „Ich will nur meine Ruhe!“

Freispruch

Richter Gschwenter spricht die Frau von der Anklage frei. Seine Begründung: „Das Ganze ist zu undurchsichtig. Da wird nicht klar, wem da was gehört. Für einen Schuldspruch passt mir da einfach zu viel nicht zusammen.“ VN-GS