Häusliche Gewalt hautnah erleben

Vorarlberg / 02.12.2019 • 18:36 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Interaktives Theaterstück bietet die Möglichkeit dazu.

Hittisau Alljährlich unterstützt auch das Institut für Sozialdienste (IfS) die Kampagne „16 Tage gegen Gewalt an Frauen“. Diese startete am 25. November, dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, und endet am 10. Dezember, dem Tag der Menschenrechte.

„Gewalt zu erleben ist für unsere Klientinnen ein Bestandteil ihres Alltags. Unser Ziel ist es, für das Thema Gewalt zu sensibilisieren und betroffene Frauen zu unterstützen, aus dem Gewaltkreislauf auszubrechen“, erklärt Anja Natter, Leiterin der IfS-Frauennotwohnung.

Beklemmend und verstörend

Im Rahmen der laufenden Aktion brachten die Frauennotwohnung und die IfS-Gewaltschutzstelle in Zusammenarbeit mit dem Improvisationstheater Paroli das interaktive Theaterstück „Häusliche Gewalt erleben und verändern“, auf die Bühne. Die erste Aufführung fand im Theater am Saumarkt in Feldkirch statt. Dabei wurde es Besuchern möglich gemacht, aktiv in häusliche Gewaltsituationen einzusteigen. Als beklemmend, teils verstörend, aber auch als wichtige Erfahrung, um Opfer besser verstehen zu können, beschrieben die Teilnehmer aus dem Publikum ihr Mitwirken im Theaterstück. Als Protagonisten einer Szene mit häuslicher Gewalt konnten sie erleben, wie sich die Beteiligten fühlen und welche Interventionen hilfreich sein könnten. „Obwohl wir in unserer täglichen Arbeit stets mit dem Thema häusliche Gewalt konfrontiert sind, war es auch für uns als Fachpersonen eine gänzlich neue Erfahrung, direkt in einer Gewaltszene dabei zu sein“, resümierte die Leiterin der IfS-Gewaltschutzstelle, Ulrike Furtenbach. VN-MM

Eine weitere Aufführung findet am 5. Dezember 2019 um 18.30 Uhr im Frauenmuseum Hittisau statt. Anmeldungen unter Tel. 05-1755-535, E-Mail: gewaltschutzstelle@ifs.at