Wie es mit dem Sternbräu Areal weitergehen soll

Vorarlberg / 02.12.2019 • 18:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Das Areal des Sternbräu sowie das anliegende Grundstück mit dem Getränkelager sind in Kürze im Besitz der Immo-Agentur GmbH. VN/STEURER

Roberto Maiers Immo-Agentur kauft Sternbräu Gmbh und will kräftig investieren.

Gernot Schweigkofler

Rankweil, Götzis Die Zeit für das Rankweiler Traditionsgasthaus Sternbräu tickt. Wie die VN kürzlich berichteten, wird das Gebäude des Gasthauses doch nicht verkauft. Sternenwirt Gunter Wetzel veräußert aber in einem sogenannten „Share-Deal“ die Sternbräu GmbH, in deren Besitz sich auch das Grundstück befindet. Käufer ist die Götzner Immoagentur GmbH, die im Besitz von Immobilien-Experte Roberto Maier steht. „Wir haben einen sauberen und korrekten Ankauf gemacht“, erklärt Maier. Nachdem beim Gebäudeverkauf Formfehler (falscher Verkäufer im Vertrag) gemacht wurden und zudem ein familiärer Konflikt das Geschäft überschattete, sei jetzt alles reibungslos und freundschaftlich über die Bühne gegangen.

Gläubiger erhielten Geld

Wie Maier berichtet, wurden mittlerweile auch alle Kleingläubiger der Sternbräu-Insolvenz aus dem Jahr 2016 bezahlt. Der letzte verbliebene Gläubiger, die Volksbank Rankweil, stelle gerade alle offenen Forderungen zusammen und werde das Geld ebenfalls vor dem Jahreswechsel erhalten, erklärt Maier. Der Verkauf der GmbH gehe dann mit Jahresende über die Bühne, und dann werde Maier auch bald Geschäftsführer der GmbH werden. Diese soll in Sternbräu Immobilien GmbH umbenannt werden. Den Rest des Kaufpreises stehe Wetzel für einen Neustart zur Verfügung. Maier hat neben der GmbH auch das anliegende Grundstück von Wetzel und dessen Schwester erworben, auch dieser Kauf werde Anfang des Jahres verbüchert werden.

„Knapp 10 Millionen Euro werden investiert“

Damit steht Maier ein Areal von 4000 Quadratmetern, davon 3000 Quadratmeter Baufläche, zur Verfügung. „Renovieren ist nicht möglich, es kommt nur ein Abriss und Neubau in Frage“, erklärt der Immobilienentwickler. Die Lage gefalle ihm sehr gut. Geplant ist ein reiner Wohnbau, in dem nur Mietwohnungen entstehen werden. Es werde einen geladenen Architektenwettbewerb mit „den drei besten Architekturbüros Vorarlbergs geben“, erzählt Maier. In Kürze werde es zudem Gespräche mit der Marktgemeinde Rankweil über die einzuhaltenden Auflagen geben. „Wir werden knapp 10 Millionen Euro investieren“, gibt Maier Einblick in die zu erwartende Größenordnung. Wieviele Wohnungen entstehen werden, kann er aber noch nicht sagen.

Der Götzner Immobilienexperte hätte sogar einen kleinen Gastronomie-Betrieb für Wetzel im Neubau für möglich gehalten, aber Sternen-Wirt Gunter Wetzel habe abgewunken. „Wohnen und Gastronomie geht nicht gut zusammen“, erklärt der Wirt dazu. Ihm sei wichtig, dass Wohnraum geschaffen werde, denn das sei für Rankweil wichtig, um den Liebfrauenberg würden nur mehr wenige Menschen leben.

Die Uhr tickt also für den Sternen. Aber eine Sommersaison geht sich noch aus, nachdem, wie berichtet, vereinbart wurde, dass bis zum 15. Oktober die Wirtschaft betrieben werden kann. „Ende Oktober 2020 wird dann aber der Abriss erfolgen“, blickt Maier in die Zukunft: „Im Frühjahr 2022 werden dann die Mieter einziehen.“