„Ich wollte wissen, wie weit ich gehen kann“

Vorarlberg / 03.12.2019 • 22:33 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Dem Angeklagten wurden eine eingeschränkte Zurechnungsfähigkeit und eine mittelgradige Intelligenzminderung attestiert.VN/gs
Dem Angeklagten wurden eine eingeschränkte Zurechnungsfähigkeit und eine mittelgradige Intelligenzminderung attestiert.VN/gs

15 Monate Haft für 32-jährigen Pädophilen, der außerdem in eine Anstalt für abnorme Rechtsbrecher muss.

Feldkirch „Ich wollte wissen, wie weit ich gehen kann“, beschreibt der 32-jährige Angeklagte aus dem Oberland beim Prozess am Landesgericht Feldkirch unter anderem seine Motivation, die ihn zum sexuellen Missbrauch von vier unmündigen Mädchen im Alter zwischen sechs und elf Jahren getrieben hatte. Fünf Vorfälle waren ursprünglich angeklagt, einer wurde vom Gericht ausgeschieden. Wegen zu dürftiger Beweislage.

Langer Tatzeitraum

Es geschah, als der Vorarlberger seine Schwester in Deutschland besuchte. Es waren Freundinnen seines minderjährigen Neffen, die seine pädophile Lust entfachten. Es kam zu Berührungen mit dem Finger in den laut der Staatsanwaltschaft „entkleideten“ Intimbereichen der Kinder, auch mit seinem eigenen nackten Glied „betastete“ er die unmündigen Mädchen. Einmal wurde sogar seine eigene minderjährige Nichte zum Opfer. Eines der angeklagten Sexualverbrechen ereignete sich in Bregenz.

Die Schandtaten erstreckten sich von 2016 bis 2019, Ende Mai dieses Jahres kamen die abartigen Machenschaften des nunmehr 32-Jährigen schließlich ans Licht, der Oberländer wurde in Untersuchungshaft genommen. Beim Prozess am Dienstag wird die Öffentlichkeit nach Verlesung der Anklage ausgeschlossen. Am Nachmittag fällt der Schöffensenat unter Vorsitz von Richter Martin Hinteregger das Urteil: Schuldig des Verbrechens des schweren sexuellen Missbrauchs von Unmündigen. Strafmaß: 15 Monate Freiheitsstrafe und Einweisung in eine Anstalt für abnorme Rechtsbrecher. Mildernd: Der Mann war ansonsten unbescholten, überwiegend geständig, womit er laut Mitteregger „zur Wahrheitsfindung beigetragen hat.“

Eingeschränkt zurechnungsfähig

Gerichtspsychiater Reinhard Haller attestiert dem Täter eingeschränkte Zurechnungsfähigkeit, eine pädophile Entwicklungsstörung und eine mittelgradige Intelligenzminderung. Ziel seiner Einweisung in die Anstalt für abnorme Rechtsbrecher ist eine therapeutische Untersuchung und Behandlung des Verurteilten. Deren Erfolg wird über die noch ungewissen Dauer seines Aufenthalts in der Anstalt entscheiden. Der Verurteilte erbat drei Tage Bedenkzeit. VN-GS

„Der Angeklagte selbst hat wesentlich zur Wahrheitsfindung beigetragen.“