Kaffeespezialist darf in die Grünzone

Vorarlberg / 03.12.2019 • 18:53 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Landesregierung erlässt einstimmig Landesraumplan für Erweiterung von Hämmerle Kaffee in Bludesch.

Bregenz, Bludesch Was im benachbarten Ludesch über eine Volksabstimmung zu Fall gebracht wurde, dürfte in Bludesch problemlos über die Bühne gehen: Während die Konzerne Rauch und Ball sich gezwungen sahen, ihre Erweiterungspläne zu schubladisieren, dürfte das Familienunternehmen Hämmerle Kaffee sein Vorhaben in die Tat umsetzen können. Hämmerle will nämlich seinen Stammsitz langfristig erweitern und benötigt dafür 0,4 Hektar oder 4400 Quadratmeter Fläche aus der vielfach diskutierten Landesgrünzone. Nun hat die schwarzgrüne Landesregierung der Empfehlung des Raumplanungsbeirates vom 25. Oktober 2019 Folge geleistet und der Herausnahme grünes Licht erteilt.

Grüne ebenso für Herausnahme

Die Besonderheit: die Erlassung des Landesraumplanes wurde in der Landesregierung mit den Stimmen des grünen Regierungspartners, also den beiden Landesräten Johannes Rauch und Katharina Wiesflecker, abgesegnet. Jetzt ist in der kommenden Woche die Gemeinde Bludesch am Ball, sie wird über die Umwidmungsformalitäten nochmals abstimmen. Nachdem bereits das Ansuchen der Gemeindemandatare um Änderung des Raumplanes an das Land einstimmig beschlossen wurde, geht man davon aus, dass sich an der Zustimmung nichts geändert hat.

Die Herausnahme soll über das Einbringen neuer Flächen in die Grünzone des Landes fast zur Gänze kompensiert werden. Dies bestätigte LH Markus Wallner (VP) auf Anfrage der VN. „Wenn auch die Fläche nicht zur Gänze kompensiert werden kann: Es werden nachweislich wertvollere Flächen wieder in die Grünzone eingebracht.“ Dies war aus seiner Sicht einer der Hauptgründe für die Zustimmung der Grünen, die Herausnahmen grundsätzlich kritisch gegenüberstehen. Darüber hinaus ist das Erweiterungsvorhaben laut Wallner einem längeren Prüfungsverfahren unterzogen worden.

Sieben Millionen für Erweiterung

In der Gemeinde bei Bürgermeister Michael Tinkhauser, vor allem aber in der Chefetage des Kaffeespezialisten, freut man sich freilich über die breite Zustimmung im Landhaus in Bregenz. „Das ist eine erfreuliche Nachricht“, sagt Markus Hämmerle vom gleichnamigen Familienunternehmen. Vorbehaltlich des Gemeindebeschlusses will Hämmerle bis zu sieben Millionen Euro in die Erweiterungspläne fließen lassen. Dazu zähle auch der Bau eines Hochregallagers mit einer Höhe von 22 Metern, erklärt Hämmerle im VN-Gespräch. Das 1972 gegründete Familienunternehmen befindet sich seit knapp zehn Jahren am Standort in Bludesch, zählt knapp 100 Mitarbeiter und erzielte zuletzt 30 Millionen Euro Umsatz.

„Bei Hämmerle werden ökologisch wertvollere Flächen wieder in die Grünzone eingebracht.“