Mit Blaulicht durchs Fürstentum

Vorarlberg / 03.12.2019 • 19:20 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Neue Rettungswagen wiegen über 3,5 Tonnen. Gelenkt werden dürfen sie nur mit einer Genehmigung oder dem Lkw-Schein. VN/Lerch
Neue Rettungswagen wiegen über 3,5 Tonnen. Gelenkt werden dürfen sie nur mit einer Genehmigung oder dem Lkw-Schein. VN/Lerch

Sonderregel für Sanitäter mit B-Führerschein gilt nun auch in Liechtenstein.

Schwarzach Der Führerschein gleicht einer Buchstabensuppe. 16 Klassen kennt die Lenkerberechtigung: Von A1 für leichte Motorräder bis zu F für den Traktor. Der Klassiker ist der B-Führerschein, er berechtigt den Besitzer dazu, ein Auto bis zu einem höchstzulässigen Gesamtgewicht von 3500 Kilogramm zu lenken. Wer schwerere Fahrzeuge lenken möchte, muss einen C-Schein besitzen. Für Sanitäter kann das zum Problem werden. Deren Einsatzfahrzeuge sind nicht selten schwerer als 3,5 Tonnen. Dafür wurden zwar Ausnahmen geschaffen, die galten aber bisher nur in Österreich. Nun gibt es eine gute Nachricht für Vorarlbergs Rettung: Am 19. November beschloss die Liechtensteiner Regierung, die Sondergenehmigung auch im Fürstentum anzuerkennen, wie das österreichische Verkehrsministerium den VN bestätigt. Im Land ist man erfreut.

Wunsch gibt es schon länger

Rettungswagen sind längst keine größeren Taxis mehr, sie sind fahrende Operationssäle. Dementsprechend viel wiegen sie, neue Modelle nämlich über 3,5 Tonnen. Derzeit verfügt das Vorarlberger Rote Kreuz über sieben dieser Autos, doch mit jeder Erneuerung der Flotte nimmt deren Anzahl zu, erklärt Landesrettungskommandant Werner Meisinger. Laut Auskunft des Landes gibt es jährlich rund 110 Einsätze oder Patiententransporte über der Grenze in Liechtenstein. Oft sitzt ein Fahrer am Steuer, der lediglich über die B-Berechtigung verfügt, manchmal wiegt das Fahrzeug allerdings über 3,5 Tonnen. Laut Verkehrsministerium ist es deshalb vermehrt zu Problemen gekommen. Vorarlbergs Landesrat Christian Gantner (ÖVP) richtete schon 2018 und noch einmal Anfang 2019 den Wunsch an Liechtenstein, die Sondergenehmigung anzuerkennen.

„Stellen wurden informiert“

Nun kam die positive Antwort: Am 19. November schrieb der Liechtensteiner Verkehrsminister Daniel Risch an Österreichs Verkehrsminister Andreas Reichhardt: „Besitzer einer solchen Bestätigung dürfen in Liechtenstein Rettungs- und Krankentransportfahrzeuge bis 5500 Kilogramm lenken. Die zuständigen Stellen sind bereits über die Entscheidung informiert worden, sodass ab sofort keine Beanstandungen aufgrund von fehlenden gültigen Lenkerberechtigungen mehr erfolgen werden.“

Landesrettungskommandant Meisinger bestätigt: „Wenn es zu einem Verkehrsunfall in Liechtenstein gekommen ist, befand sich unser Team oft in einer rechtlichen Grauzone.“ Nun sei Klarheit geschaffen worden. „Das ist wichtig, es betrifft alle neuen Rettungswagen.“ Minister Reichhardt ist erfreut: „Es ist uns auf kurzem Weg gelungen, für österreichische Rettungsfahrer, die grenzüberschreitend tätig sind, Rechtssicherheit zu schaffen.“ Auch Landesrat Gantner ist erleichtert: „Es hat ein bisschen gedauert, aber dafür ist es zu einer guten Lösung gekommen. Die Schlagkräftigkeit unseres Rettungsdienstes darf nicht an Paragraphen scheitern.“

„Es ist uns gelungen, für österreichische Rettungsfahrer Rechtssicherheit zu schaffen.“