Pisa-Ergebnisse für 2018 liefern wenige Erkenntnisse für Vorarlberg

Vorarlberg / 03.12.2019 • 18:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Auch Pisa lässt die Köpfe rauchen. In Vorarlberg nahmen am Test 2018 aber nur 300 Schüler in insgesamt zwölf Schulen teil. VN/STEURER

Die österreichischen Schüler sind in ihren Leistungen durchschnittlicher denn je. In Mathematik haben sie sich verbessert.

Wien, Schwarzach Die Ergebnisse des Pisa-Tests von 2018 mit dem Schwerpunkt Lesen liegen vor. Sie lassen vor allem einen Schluss zu: Österreichs Schüler sind im internationalen Vergleich so durchschnittlich wie noch nie. Beim Haupttestgebiet Lesen erreichen die Jugendlichen einen Mittelwert von 484 Punkten und liegen im OECD-Schnitt (487 Punkte). In den Naturwissenschaften waren es dieses Mal 490 Punkte (OECD-Schnitt 489). Am stärksten schnitten die heimischen 15 bis 16-Jährigen in Mathematik ab: 499 Punkte bei 489 Punkten im OECD-Mittel.

Nicht neu ist die Erkenntnis, dass laut Pisa der soziale und wirtschaftliche Hintergrund der Schulkinder in Österreich überdurchschnittlich viel Einfluss auf die schulischen Leistungen hat. 24 Prozent der Getesteten in Österreich sind im Lesen besonders leistungsschwach, nur sieben Prozent der Testteilnehmer gehören zu den Spitzenschülern.

Dran bleiben

Vorarlbergs Schullandesrätin Barbara Schöbi-Fink (58, ÖVP) möchte das Ergebnis der Pisa-Studie nicht überbewerten. „Es gibt ja auch keine separate Länderauswertung. In Vorarlberg beteiligten sich am Test 2018 nur 300 Schülerinnen und Schüler an zwölf Schulen. Das wäre auch kaum ein repräsentatives Sample“, formuliert Schöbi-Fink ihre grundsätzliche Zurückhaltung bei der Bewertung der Studie. „Erfreulich ist, dass wir uns in Mathematik im Laufe der Jahre deutlich verbessert haben. Im Bereich Lesen lässt sich ein klarer Auftrag herauslesen: Wir dürfen in unseren Bemühungen nicht nachlassen und müssen weiterhin Schwerpunkte setzen beziehungsweise die Bereiche Fort- und Weiterbildung für Lehrer forcieren.“

„Wir dürfen in unseren Bemühungen im Bereich Lesen jetzt nicht nachlassen.“

Barbara Schöbi-Fink, Schullandesrätin

Lese-App?

Andreas Kappaurer (58), pädagogischer Leiter in der Bildungsdirektion, bewertet das Pisa-Ergebnis und dessen Relevanz für Vorarlberg ähnlich. Sein Wunsch für die Zukunft: „Wir dürfen nicht nur an die Risikoschüler denken, sondern müssen auch versuchen, die Zahl der Spitzenschüler zu erhöhen.“

Michael Tagger vom Elternverband interpretiert das mäßige Lese-Ergebnis als Auftrag, Kinder mit zeitgemäßen Methoden zum Lesen zu bringen. „Warum nicht eine Lese-App kreieren? Das würde Jugendliche sicher ansprechen.“

„Mit einer Lese-App könnten wir einen zeitgemäßen Zugang zum Lesen schaffen.“

Michael Tagger, Elternvertreter