312 Millionen für Dornbirner Haushalt

Vorarlberg / 04.12.2019 • 19:17 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Dornbirn investiert kräftig für die Zukunft. So stehen auch Grundkäufe auf der Agenda, wie der Erwerb des Zanzenbergs oder Flächen für sozialen Wohnbau.VN
Dornbirn investiert kräftig für die Zukunft. So stehen auch Grundkäufe auf der Agenda, wie der Erwerb des Zanzenbergs oder Flächen für sozialen Wohnbau.VN

Bürgermeisterin spricht von einem ausgewogenen, zukunftsorientierten Budget.

Dornbirn Im kommenden Jahr gibt die größte Stadt des Landes rund 312 Millionen Euro für den laufenden Betrieb und Investitionen aus, ungefähr gleich viel wie 2019. Allein 43,2 Millionen Euro werden investiert.

Gestern gab Dornbirns Bürgermeisterin Andrea Kaufmann die wichtigsten Budgetkennzahlen für 2020 bekannt. Die Mittel werden sowohl für die Infrastruktur als auch für Schulbauten, Kindergärten, das neue Polizeigebäude am Bahnhof, Gemeindestraßen oder auch für die laufende Erneuerung des städtischen Krankenhauses verwendet. Umgerechnet fließen im kommenden Jahr täglich rund 118.000 Euro an regionale Firmen, die Bauaufträge der Stadt erhalten haben. Auch der laufende Betrieb hat seinen Preis: Allein für Löhne und Gehälter der über 1900 Bediensteten müssen 112 Millionen Euro in die Hand genommen werden, wobei das Krankenhauspersonal den größten Posten ausmacht. Für die Stadtchefin sind alle Ausgaben durchaus gerechtfertigt: „Dienstleistungen, Investitionen in die Infrastruktur, vor allem aber eine hohe Lebensqualität für die Dornbirnerinnen und Dornbirner standen bei der Budgeterstellung im Vordergrund“, sagte die Stadtchefin bei der Budgetpräsentation.

Aktuell hat Dornbirn 164 Millionen Euro Schulden, nachdem es heuer mehr wurden. Gründe dafür sind außerplanmäßige Grundankäufe, wie beispielsweise der Erwerb des Zanzenbergs oder der Kauf von Flächen für den sozialen Wohnbau. Für das kommende Jahr sind weitere fünf Millionen Euro für Grundkäufe budgetiert. Allerdings schaffe die Stadt damit bedeutende Vermögenswerte. Eine weitere Erhöhung der Schulden im kommenden Jahr ist nicht vorgesehen. Sollte das Budget wie geplant umgesetzt werden, könnte der Schuldenstand sogar leicht sinken.

Konkreter Maßnahmenplan

Wie die Bürgermeisterin betont, steht hinter dem Budget ein konkreter Maßnahmenplan, der sich vor allem auf die Bereiche Wirtschaft, Infrastruktur, Gesundheit, Soziales Bildung, Betreuung, Freizeit, Umwelt oder Klimaschutz konzentriert.

Nicht im Budget scheint die seit Langem diskutierte Markthalle. Das heißt, dass im kommenden Jahr das Lieblingsprojekt der Bürgermeisterin keinesfalls umgesetzt wird. Die Planungen laufen trotzdem weiter. Zur Auswahl stehen derzeit zwei Grundstücke im engsten Zentrum.

Aktuell leben in Dornbirn 49.902 Bürgerinnen und Bürger aus 120 Nationen. Nächstes Jahr dürfte die 50.000-Einwohnermarke geknackt werden. Mehr Menschen bringen auch mehr Geld für die Stadtkasse aus den Steuertopf des Bundes.

Das Budget wird am 12. Dezember der Stadtvertretung zur Beschlussfassung vorgelegt. Die Chancen für eine Mehrheit stehen gut, da der Voranschlag von allen Fraktionen erarbeitet wurde. „Das ist gute Dornbirner Tradition“, hofft Kaufmann auf große Zustimmung im Stadtparlament. HA

Kennzahlen Budget 2020

Umsatz 312 Millionen Euro

Schuldenstand 164 Millionen Euro

Personalaufwand 112 Millionen Euro, ein Plus von sechs Millionen