Ein Dieb auf dem Dachboden

Vorarlberg / 04.12.2019 • 16:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der junge Angeklagte ist geständig, reumütig und guten Mutes, sich zu bessern. VN/GS

In flagranti erwischt, angeklagt und verurteilt: 18-Jähriger zu vier Monaten bedingter Haft verdonnert.

Feldkirch „Warum machen’s das?“ fragt Richter Richard Gschwenter sein Gegenüber. „Ich hatte damals ein enormes Alkoholproblem“, kommt aus dem Mund des 18-jährigen Beschuldigten, der am Landesgericht Feldkirch auf der Anklagebank sitzt. Wegen versuchten Diebstahls durch Einbruch.

Tatort war der Dachboden einer Firma im Vorarlberger Oberland. Dort oben rumpelte es eines Tages etwas zu merkwürdig für einen anwesenden Mitarbeiter. Flugs sah der Mann nach – und siehe da: Prompt ertappte er den Eindringling, der ganz offensichtlich nach etwas stöberte, das nicht ihm gehört. Die Polizei folgte auf den Fuß.

Zukunftspläne

Die persönliche Situation des 18-Jährigen ist derzeit etwas trist. Arbeitslos, im Grunde unstet, doch ein Kollege gewährt ihm zur Zeit ein Dach über dem Kopf. Aber der junge Mann ist optimisch, hat Zukunftsträume. „Ich möchte ein Leben mit Wohnung, Frau und Kind“, sagt er beim Prozess. Sei’s ihm gegönnt, doch nicht auf dem bisher eingeschlagenen Wege, mahnt der Richter den bereits vorbestraften Angeklagten: „Sie kriegen von mir schon ein Zimmer gestellt, aber anderswo . . .“.

Zumindest ein Problem will der Oberländer bereits in den Griff bekommen haben. Die Zeiten seiner Räusche seien Geschichte. „Ich bin jetzt trocken und clean“, beteuert er. Zum aktuellen Vorwurf der Staatsanwaltschaft bezüglich des versuchten Diebstahls ist er vollumfänglich geständig, aber: „Es tut mir leid, ich wollte es nicht.“

Vier Monate auf Bewährung

„Von allein raufgeschwebt auf den Dachboden sind Sie aber auch nicht“, entgegnet der Richter. „Ich war einfach nicht ganz bei mir“, argumentiert der 18-Jährige. Das Urteil wird – noch – ein Warnschuss vor den Bug. Denn sitzen muss der junge Mann nicht. Auch wegen er seiner damaligen verminderten Zurechnungsfähigkeit. Vier Monate Freiheistrafe werden auf eine Probezeit von drei Jahren ausgesprochen. Allerdings muss der Verurteilte Bewährungshilfe in Anspruch nehmen.