Führerschein-Sondererlaubnis für Sanitäter gilt auch in Liechtenstein

Vorarlberg / 04.12.2019 • 10:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Fahrende Operationssäle wiegen mittlerweile mehr als 3500 Kilogramm. RK

Die Regierung im Fürstentum beschließt, Sonderregelung der Rettung anzuerkennen.

Schwarzach Der Führerschein gleicht einer Buchstabensuppe. 16 Klassen kennt die Lenkerberechtigung: Von A1 für leichte Motorräder bis zu F für den Traktor. Der Klassiker ist der B-Führerschein, er berechtigt den Besitzer dazu, ein Auto bis zu einem höchstzulässigen Gesamtgewicht von 3500 Kilogramm zu lenken. Wer schwerere Fahrzeuge lenken möchte, muss einen C-Schein besitzen. Für Sanitäter kann das zum Problem werden. Ihre Einsatzfahrzeuge sind nicht selten schwerer als 3,5 Tonnen. Dafür wurden zwar Ausnahmen geschaffen, die galten aber bisher nur in Österreich. Nun gibt es eine gute Nachricht für Vorarlbergs Rettung: Am 19. November beschloss die Liechtensteiner Regierung, die Sondergenehmigung auch im Fürstentum anzuerkennen, wie das österreichische Verkehrsministerium den VN bestätigt. Im Land ist man erfreut.

Rettungswagen sind längst keine größeren Taxis mehr, sie sind fahrende Operationssäle. Dementsprechend viel wiegen sie, neue Modelle nämlich über 3,5 Tonnen. Derzeit verfügt das Vorarlberger Rote Kreuz über sieben dieser Autos, doch mit jeder Erneuerung der Flotte nimmt ihre Anzahl zu, erklärt Landesrettungskommandant Werner Meisinger. Laut Auskunft des Landes gibt es jährlich rund 110 Einsätze oder Patiententransporte über der Grenze in Liechtenstein. Oft sitzt ein Fahrer am Steuer, der lediglich über die B-Berechtigung verfügt, manchmal wiegt das Fahrzeug allerdings über 3,5 Tonnen. Laut Verkehrsministerium sei es deshalb vermehrt zu Problemen gekommen.

Vorarlbergs Landesrat Christian Gantner (ÖVP) richtete bereits im Vorjahr und noch einmal Anfang 2019 den Wunsch an das Liechtensteiner Verkehrsministerium, die Sondergenehmigung anzuerkennen. Nun kam die positive Antwort: Am 19. November schrieb der Liechtensteiner Verkehrsminister Daniel Risch an Österreichs Verkehrsminister Andreas Reichhardt: „Besitzer einer solchen Bestätigung dürfen in Liechtenstein Rettungs- und Krankentransportfahrzeuge bis 5500 Kilogramm lenken. Die zuständigen Stellen sind bereits über die Entscheidung informiert worden, sodass ab sofort keine Beanstandungen aufgrund von fehlenden gültigen Lenkerberechtigungen mehr erfolgen werden.“

Landesrettungskommandant Meisinger bestätigt: „Wenn es zu einem Verkehrsunfall in Liechtenstein gekommen ist, befand sich unser Team oft in einer rechtlichen Grauzone.“ Nun sei Klarheit geschaffen worden. „Das ist wichtig, es betrifft alle neuen Rettungswagen.“ Minister Reichhardt ist erfreut: „Es ist uns auf kurzem Weg gelungen, für österreichische Rettungsfahrer, die grenzüberschreitend tätig sind, Rechtssicherheit zu schaffen.“ Auch Landesrat Gantner ist erleichtert: „Es hat ein bisschen gedauert, aber dafür ist es zu einer guten Lösung gekommen. Die Schlagkraft unseres Rettungsdienstes darf nicht an Paragraphen scheitern.“