Heimische Christbäume für Klimaschutz

Vorarlberg / 04.12.2019 • 19:47 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
In der Adventzeit klingelt das Telefon bei Hans Schwendinger (r.) öfter als sonst. Viele lassen sich ihren persönlichen Christbaum reservieren. VN/Lerch
In der Adventzeit klingelt das Telefon bei Hans Schwendinger (r.) öfter als sonst. Viele lassen sich ihren persönlichen Christbaum reservieren. VN/Lerch

Ein Fünftel der verkauften Christbäume stammt aus Vorarlberg.

Dornbirn Eine leichte Brise weht über das Waldstück hier in Dornbirn Gechelbach-Eschenau, auf dem Nadelbäume in allen Größen in Reih und Glied stehen und nur eine Bestimmung haben: in knapp drei Wochen als Christbaum in einem gemütlichen Wohnzimmer zu glänzen. Hier mitten im idyllischen Waldgebiet oberhalb der Stadt betreiben Hans und Olga Schwendiger seit zwölf Jahren ihre Christbaumzucht. Sie schlagen gerade einen Christbaum, unter dem wohl bald ein Weihnachtsgeschenk liegen wird. „Wir haben viele Stunden hier verbracht, um nicht nur einen Baum zu züchten, sondern auch Qualität“, betont Baumexperte Schwendinger.

Nordmanntannen sind auf dem Waldstück der Schwendingers ebenso zu finden wie Fichten oder Weißtannen. Bis sich aus einem Bäumchen ein quasi fertiger Christbaum entwickelt, dauert es zehn bis zwölf Jahre, erklärt Hans Schwendinger.  „Wir machen damit auch etwas für die Umwelt, indem wir Sauerstoff produzieren“, erzählt Schwendinger stolz und fügt hinzu: „Aber vor allem auch für die Menschen, die begeistert sind, wenn sie ihren eigenen Christbaum holen kommen.“ Wer will, kann den Baum auch vor Ort selbst schlagen.

Heimische Produktion stärken

Schwendinger ist einer von insgesamt 34 Produzenten im ganzen Land, die mit dem Ländle-Herkunftssiegel zertifiziert sind. Das sternförmige Siegel steht für das „3G-Herkunftsprinzip“: Gesetzt, gewachsen und geerntet in Vorarlberg. Thomas Ölz von der Landwirtschaftskammer Vorarlberg möchte die regionale Wertschöpfung und ökologische Produktion stärken, denn nur 20 Prozent aller verkauften Bäume stammen aus Vorarlberg. Alle anderen werden etwa aus Ungarn, Dänemark oder Deutschland importiert. „Das Ziel ist, die Fläche der Christbaumkulturen im Land von momentan 30 auf 60 Hektar in Zukunft zu verdoppeln“, sagt Ölz. Mit dem Verkauf von heimischen Bäumen würden klimaschädliche Transporte aus dem Ausland eingespart werden, betont Ölz. Gleichzeitig würden Kunden frische Bäume erhalten.

In Vorarlberg wird ein Großteil der Christbaumflächen mit Nordmanntannen angebaut, die ursprünglich aus dem Kaukasus stammen. Die Nadelbaumsetzlinge kommen im Übrigen aus Forstgärten, meist aus Innerösterreich oder Deutschland. VN-MIH

„Das Ziel ist, die Fläche der Christbaumkul­turen im Land zu verdoppeln.“