Heimische Christbäume für Klimaschutz

Vorarlberg / 04.12.2019 • 18:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
In der Adventzeit klingelt das Telefon bei Hans Schwendinger öfter als sonst. Viele lassen sich ihren Christbaum bei ihm reservieren. VN/LERCH

Ein Fünftel der im Ländle verkauften Christbäume stammt aus Vorarlberg. Die heimische Produktion soll in den kommenden Jahren erhöht werden.

Dornbirn Eine leichte Brise weht über das Waldstück, hier in Dornbirn Gechelbach-Eschenau, auf dem Nadelbäume in allen Größen in Reih und Glied stehen und nur eine Bestimmung haben: in knapp drei Wochen als Christbaum in einem gemütlichen Wohnzimmer zu glänzen. Hier mitten im idyllischen Waldgebiet oberhalb der Stadt betreiben Hans und Olga Schwendiger seit zwölf Jahren ihre Christbaumzucht. Sie schlagen gerade einen Christbaum, unter dem wohl bald Weihnachtsgeschenke liegen werden. „Wir haben viele Stunden hier verbracht, um nicht nur Bäume zu züchten, sondern auch Qualität“, betont Baumexperte Schwendinger.

Nordmanntannen sind auf dem Waldstück der Schwendingers ebenso zu finden wie Fichten oder Weißtannen. Bis sich aus einem Bäumchen ein quasi fertiger Christbaum entwickelt, dauert es zehn bis zwölf Jahre, erklärt Hans Schwendinger.  „Wir machen damit auch etwas für die Umwelt, indem wir Sauerstoff produzieren“, erzählt Schwendinger stolz und fügt hinzu: „Aber vor allem auch für die Menschen, die begeistert sind, wenn sie ihren Christbaum holen kommen.“ Wer will, kann den Baum auch vor Ort selbst schlagen.

Heimische Produktion stärken

Schwendinger ist einer von insgesamt 34 Produzenten im ganzen Land, die mit dem Ländle-Herkunftssiegel zertifiziert sind. Das sternförmige Siegel steht für das „3G-Herkunftsprinzip“: Gesetzt, gewachsen und geerntet in Vorarlberg. Thomas Ölz von der Landwirtschaftskammer Vorarlberg möchte die regionale Wertschöpfung und ökologische Produktion stärken, denn nur 20 Prozent aller verkauften Bäume stammen aus Vorarlberg. Alle anderen werden etwa aus Ungarn, Dänemark oder Deutschland importiert. „Das Ziel ist es, die Fläche der Christbaumkulturen im Land von momentan 30 auf 60 Hektar zu verdoppeln“, sagt Ölz. Mit dem Verkauf von heimischen Bäumen können klimaschädliche Transporte aus dem Ausland eingespart werden, betont Ölz. Gleichzeitig würden Kunden frische Bäume erhalten.

In Vorarlberg wird ein Großteil der Christbaumflächen mit Nordmanntannen bepflanzt, die ursprünglich aus dem Kaukasus stammen. Die Nadelbaumsetzlinge kommen im Übrigen aus Forstgärten, meist aus Innerösterreich oder Deutschland. Die heimische Fichte, die etwa um die Hälfte günstiger ist, hat in Vorarlberg einen Marktanteil von zehn bis 20 Prozent.