Techniker mit Liebe zur Familie

Vorarlberg / 04.12.2019 • 17:17 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Ing. Walter Reisch war ein Vollbluttechniker.
Ing. Walter Reisch war ein Vollbluttechniker.

Ing. Walter Reisch (1941 bis 2019), Seniorchef von Reisch Maschinenbau, verstorben.

FRASTANZ Am 20. November 2019 ist der Seniorchef der Firma Reisch­ Maschinenbau in Frastanz, Ing. Walter Reisch, nach kurzer schwerer Krankheit sanft entschlafen. Fast 40 Jahre führte er das Unternehmen mit großem Geschick und viel Leidenschaft. Auch nach der Übergabe an seinen Sohn Arno stand er dem Betrieb und seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit seinem unglaublichen Wissen und seinem Ideenreichtum zur Seite.

Walter Reisch wurde am 8. November 1941 als erstes von drei Kindern von Anni und Eugen Reisch in Feldkirch geboren. Walter Reisch­ war ein „ghöriga und richtiga Fraschtner“. Er wuchs in Frastanz auf, gründete dort seine Familie, hatte seine Firma in Frastanz und verbrachte sein ganzes Leben in der Marktgemeinde.

Fachrichtung Maschinenbau

Als Kind besuchte er die Volksschule im Dorf und die Hauptschule in Feldkirch. Nachdem sich bei Walter Reisch bereits als Kind und Jugendlichem herauskristallisierte, dass er sehr technikaffin war, entschied er sich dafür, die HTL in Bregenz, Fachrichtung Maschinenbau, zu besuchen, die er sehr erfolgreich absolvierte. Dies war ein Stück weit sicherlich auch darin begründet, dass sein Vater Eugen 1924 eine „Mechanische Werkstätte“ in der Alten Landstraße gegründet hatte, die kleinere Reparaturarbeiten und Produktionen für die lokale Bevölkerung vornahm.

1934 errichtete Eugen Reisch in der Sonnenberger Str. 4 eine neue Produktion und eine der ersten Tankstellen in Vorarlberg. Er spezialisierte sich auf den Maschinenbau und wurde durch seinen Mut zu Innovationen bekannt. Im Jahre 1966 übernahm Walter Reisch nach der Ableistung seiner Militärdienstzeit den Betrieb. Seinem ausgedehnten Fachwissen und seinem unermüdlichen Einsatz ist es auch zu verdanken, dass die Firma ihren heutigen hohen Stellenwert national und international besitzt. Er begründete den Sonderseilbahn- und Sondermaschinenbau. Die Firmenübernahme war zu jener Zeit jedoch nur einer seiner großen Schritte. Er hatte sich nämlich in Margit, geb. Thurnwalder, verliebt und die beiden heirateten im Juni 1967. Der Ehe entstammen Tochter Birgit und Sohn Arno. Walter wurde auch Göti von fünf Patenkindern. Walter Reisch hat zwar immer viel gearbeitet, am Wochenende und in den Ferien war es jedoch für ihn sehr wichtig, mit seiner Familie das Ländle zu erkunden, Freunde zu treffen, zu wandern und es einfach gemütlich zu haben. Margit und Walter Reisch entschieden erst im Alter von Mitte 40, ein Haus zu bauen. Walter Reisch hat das Haus im Hofnerfeldweg selbst geplant. So war dieses auch ihr ganzer Stolz und der Ort, an dem sie sich sehr wohl fühlten. Gut 30 Jahre nach der Betriebsübernahme und einige Ausbauten und Erweiterungen später, stieg 1999 Arno ins Unternehmen ein und unterstützte seinen Vater. 2003 übernahm Arno dann die Leitung und führte das Unternehmen erfolgreich ins neue Jahrtausend. Damit ging der Pioniergeist, der das Vorarlberger Unternehmen seit der Gründung geprägt hatte, in die nächste Generation über.

Vier Enkelkinder

Dann kamen mit jeweils ein paar Jahren Abstand seine vier Enkelkinder zur Welt. Diese waren eine große Freude. Er hatte nun mehr Zeit, mit seiner Margit, Freunden und seinen Enkelkindern Ausflüge und Kurzreisen zu machen, Konzerte zu besuchen, Auftritten seiner Enkelkinder zuzuhören, aufs Älpele zu wandern, Stammtische zu besuchen und ausgiebig Zeitungen zu lesen. Das Motorradfahren machte er erst in der Pension zu seinem Hobby. Bereits im Alter von 16 Jahren wurde Walter Reisch Mitglied der Ortsfeuerwehr Frastanz. Die Feuerwehr war neben seiner Familie, Freunden und der Firma ein Begleiter durchs ganze Leben. Ganze 32 Jahre war er im Ausschuss und 21 Jahre als Kommandant-Stellvertreter aktiv. Er war Ehrenmitglied der Ortsfeuerwehr Frastanz und wurde für sein herausragendes Engagement mit dem Verdienstkreuz in Silber ausgezeichnet.

Mitte August 2019 bekam er den Befund einer unheilbaren Krankheit. So war er einige Zeit im Krankenhaus in Feldkirch und die letzten Wochen im Krankenhaus in Rankweil, wo er am 20. November friedlich eingeschlafen ist. EE

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