Hilfe aus Vorarlberg für Madagaskar

Vorarlberg / 05.12.2019 • 10:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Anlage zur Handwäsche soll die Hygieneverhältnisse verbessern. SMILE4 MADAGASKAR

Menschen aus Vorarlberg helfen in Sachen Bildung, Gesundheit und Naturschutz.

lustenau Im Fachgeschäft ILGO-Naturprodukte brachte Gebhard Fitz, Mitgründer und Obmann der Initiative „Smile4 Madagaskar“, zahlreichen interessierten Zuhörern in einem informativen Vortrag das Projekt näher. Auch Christine Grabher vom Smile4-Team stand für Auskünfte gerne zur Verfügung und präsentierte die mitgebrachten Handelsprodukte, wie erlesene Gewürze, geflochtene Körbe und Tischsets, Miniatur-Holzkrippen und vieles mehr. Der Verkaufserlös dieser Waren, die weiterhin im Naturprodukteladen ILGO erhältlich sind, kommt zur Gänze dem Projekt „Smile4 Madagaskar“ zugute.

„Smile4 health“ entsendet jedes Jahr ein Ärzteteam für plastische Chirurgie, um die dringendsten Operationen durchzuführen (etwa Lippen-Gaumenspalten, Brandverletzungen). Das notwendige Equipment nimmt das Team selbst mit, für persönliches Gepäck bleibt nicht viel Platz. In den letzten zehn Jahren wurden über 1500 Menschen operiert.

Smile4 Madagaskar, ein Hilfsprojekt aus Vorarlberg.
Smile4 Madagaskar, ein Hilfsprojekt aus Vorarlberg.

„Smile4 nature“ setzt sich für den Naturschutz ein und hilft, die ursprünglichen Lebensräume zu erhalten. Auf der Insel gibt es Tausende Tierarten, etwa die Lemuren, die nur auf Madagaskar vorkommen. Um die Ernte auf den Feldern zu verbessern, wurde ein Kompostierlehrgang durchgeführt.

„Smile4 children“ ist der dritte Bereich, wobei die Unterstützung der Bildung an erster Stelle steht. So werden im Süden Madagaskars zehn Schulen von der Hilfsorganisation betreut. Außerdem besteht zwischen einem Gymnasium in der Hauptstadt Antananarivo und dem Gymnasium Lustenau eine Partnerschaft. Ingrid Auer-Hollenstein betreut mit Herzblut dieses Projekt und kam gerade von einem ihrer Einsätze zurück. Ein Schüler- oder auch Lehreraustausch mit beiden Schulen ist das Ziel. „Wenn man hungrige Kinder mit eigenen Augen sieht, das verändert alles“, darin war sich das Smile4-Team einig und wollte etwas unternehmen. Madagaskar, der große Inselstaat vor der afrikanischen Südostküste, mit 587.295 Quadratkilometer etwa gleich groß wie Österreich und Spanien zusammen, ist eines der ärmsten Länder der Welt. Im Süden der Insel herrscht Trockenheit, und infolge des Klimawandels ist es dort um einiges kälter geworden. In regenarmen oder gar niederschlagsfreien Jahren leiden die Menschen an Hunger. Kinder konnten zeitweise aufgrund ihrer körperlichen Schwäche die Schule nicht besuchen. Mit Hilfe von „smile4“ ist es gelungen, dass die Kinder drei Mal pro Woche in der Schule verköstigt werden (jeweils eine Mutter kocht für die Schüler), und seither besuchen sie gern die Schule. Auch die Eltern sehen inzwischen ein, wie wichtig Bildung ist. Eine Besonderheit sind auch selbst gebastelte „Waschanlagen“, und die Kinder lernen die Bedeutung des Händewaschens.

Die Helferinnen und Helfer leisten unter schwierigen Bedingungen einen selbstlosen Beitrag für die bedürftigen Menschen auf Madagaskar. Smile4 Madagaskar ist auf Spenden angewiesen. vv