Im Rausch Polizistin mit Füßen getreten

Vorarlberg / 05.12.2019 • 22:19 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Wegen ihrer Alkoholexzesse saß die Angeklagte nicht das erste Mal vor Gericht, beim nächsten Mal ist eine Haftstrafe garantiert. vn/gs
Wegen ihrer Alkoholexzesse saß die Angeklagte nicht das erste Mal vor Gericht, beim nächsten Mal ist eine Haftstrafe garantiert. vn/gs

Asiatin mit großem Durst und Wutpotential zu Geldstrafe verurteilt.

Feldkirch Arbeitsstress und Heimweh seien die Quälgeister, die die Frau aus Südostasien mit übermäßig viel Promille zu vertreiben versuche. Mit dem Alkoholgenuss steigt allerdings auch ihr Aggressionspotential. Das musste sogar ihr Ehemann dereinst am eigenen Leib erfahren. Und zwar so schmerzlich, dass die Asiatin schon einmal wegen schwerer Körperverletzung vor Gericht zitiert und zu einer bedingten Freiheitsstrafe von vier Monaten verurteilt wurde.

Gerangel im Möbelgeschäft

Im aktuellen Fall wird am Landesgericht Feldkirch ein alkoholbedingter Ausraster der Frau verhandelt, der sich im vergangenen August in Dornbirn zugetragen hatte. In einem Möbelgeschäft lockte ein Restaurant mit sinnesbetörenden geistigen Getränken, denen die nun Angeklagte nicht widerstehen konnte. Mit ihrem damaligen recht übermäßigen Genuss und dessen merkbaren Folgen rief sie rasch die Polizei auf den Plan. Beim Anblick der Uniformierten sah die Frau sogleich rot.

Ein Polizist schildert als Zeuge vor Gericht: „Sie hat uns als Ar . . betitelt und geschrieen, wir würden sie nur deshalb festnehmen, weil sie Ausländerin sei.“ Zum unmittelbaren Opfer wurde eine Inspektorin, die während der Amtshandlung von der Beschuldigten mit Füßen getreten wurde. Die Anklage lautet deshalb auf Vergehen des tätlichen Angriffs auf eine Beamtin.

„Keine Erinnerung“

„Wir sind Menschen und machen Fehler“, rechtfertigt sich die Beschuldigte gegenüber Richterin Claudia Hagen. Im Übrigen entziehe sich die vorgeworfene Tat ihrem Erinnerungsvermögen. Sie wisse schlichtweg gar nichts mehr. Doch eben das ist die Frage, die die Richterin geklärt haben will. Insgesamt vier Polizeibeamtinnen und beamte werden als Zeugen befragt. Ihr EIndruck ist derselbe: „Sie war zwar mittelstark betrunken, weiß aber ganz sicher noch, was damals geschah.“ Außerdem sei die Frau schon amtsbekannt.

„Ich bitte um Vergebung. Ich werde niemals mehr Stress machen“, beteuert die Angeklagte (einer der Polizisten kichert ob dieser Worte). Trotz ihrer Vorstrafe kommt die Frau statt Haft noch mit einer unbedingten Geldstrafe in Höhe von 1680 Euro davon. Doch nur noch dieses eine Mal, mahnt die Richterin. VN-GS