Ein Mann mit Handschlagqualität

Vorarlberg / 06.12.2019 • 17:58 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Heinz Blum war ein Landwirt mit Leib und Seele.
Heinz Blum war ein Landwirt mit Leib und Seele.

Heinrich „Heinz“ Blum, Landwirt und Unternehmer in Höchst, starb im 61. Lebensjahr.

HÖCHST Am 24. November 2019, ein halbes Jahr nach seinem 60. Geburtstag, ist Heinrich „Heinz“ Blum verstorben. Damit ging ein erfülltes und arbeitsreiches Leben viel zu früh zu Ende. Als Landwirt und Unternehmer war er weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt.

Die politische Gemeinde Höchst verliert mit ihm einen äußerst befähigten und verantwortungsbewussten Mandatar. Heinz Blum war stets ein engagierter, ehrenamtlicher Politiker, der mit seiner geradlinigen, offenen und überzeugenden Art immer wieder beeindruckte.

Leben für die Landwirtschaft

Er wurde am 27. April 1959 als drittes Kind und erster Sohn von Heinrich und Magdalena Blum in Höchst geboren. Bereits in jungen Jahren zeigte sich sein großes Interesse an der Landwirtschaft. Nach der Volks- und Hauptschule in seiner Heimatgemeinde absolvierte er in Bregenz die Handelsschule. Im Jahre 1978 pachteten seine Eltern die Alpe Sattel im Dornbirner First, sodass Heinz Blum bereits mit 18 Jahren die Verantwortung für den Birkenhof in Höchst übernahm. Ein paar Jahre später begann er dann, die ersten Fuhren Heu in die Schweiz zu verkaufen und legte damit den Grundstein für seinen Handelsbetrieb, welchen er bis zu seinem Tod in Verbindung mit der Landwirtschaft erfolgreich leitete. 1986 heiratete er seine Renate, die mit ihren kaufmännischen Fähigkeiten eine große Stütze beim Aufbau des Unternehmens war. Mit der Geburt der beiden Söhne Alexander und Robert 1987 und 1989 wurde das Familienglück perfekt.

Heinz Blum hat sich Zeit seines Lebens für die Landwirtschaft eingesetzt. Seine politische Laufbahn begann er im Jahre 2000 als Ersatzmitglied der Gemeindevertretung in Höchst und Mitglied im Ausschuss für Landwirtschaft und Landschaftspflege.

2005 wurde er freiheitlicher Gemeindevertreter in Höchst und 2010 übernahm er den Vorsitz des landwirtschaftlichen Ausschusses. Als Vorstandsmitglied bei der Genossenschaft Vorarlberg Milch, die er über viele Jahre geprägt und bereichert hat und als Kammerrat in der Landwirtschaftskammer bewältigte er ein gewaltiges Sitzungspensum. In der Kammer war es immer sein Herzensanliegen, die Land- und Forstwirtschaft in Vorarlberg zu erhalten.

Viele Funktionen

In der laufenden Funktionsperiode war er in der Gemeinde Höchst Mitglied im Ausschuss für Raumplanung und Verkehr sowie im Ausschuss für Umwelt, Landschaft und Ortsbild, in der Grundverkehrskommission, im Prüfungsausschuss, in der Mitgliederversammlung des Wasserverbands Rheindelta und in der Konkurrenzverwaltung Höchst-Fußach-Gaißau.

Stets gefragter Rat

Für Heinz Blum stand stets die Sache im Vordergrund und nicht die Parteifarbe. Durch seinen Sachverstand und seine große Erfahrung als Landwirt und Unternehmer war sein Rat auch über die Parteigrenzen hinweg stets gefragt und geschätzt. Mit seiner unkonventionellen und geradlinigen Art konnte er auch in schwierigsten Angelegenheiten einen Konsens herbeiführen.

Bevor ihn im letzten halben Jahr seines Lebens eine schwere Krankheit erfasste, versprühte er Optimismus und eine positive Lebenseinstellung wie kein Zweiter. „Geht nicht, gibt’s nicht“ oder „Wir müssen nicht, wir dürfen“ waren nur zwei seiner zahlreichen Sprüche, sollte jemandem eingefallen sein, in seiner Anwesenheit an etwas zu zweifeln oder gar zu jammern. Heinz Blum hat mit seinem Heuhandel und seiner Viehzucht seine größten Leidenschaften zum Beruf gemacht. Auf allen wichtigen Viehschauen im In- und Ausland war er nicht nur großzügiger Unterstützer, sondern auch gern gesehener Gast. Aber auch Sport hatte neben seiner Familie einen hohen Stellenwert in seinem Leben. Er war ein großer Fußballfan und verpasste nur ungern ein Spiel der Lustenauer Austria.

Große Persönlichkeit

Mit Heinz Blum verliert die Vorarlberger Landwirtschaft eine große Persönlichkeit, die sich immer für die Angelegenheiten der Bäuerinnen und Bauern stark gemacht hat. Die bäuerlichen Familien und Dienstnehmer in der heimischen Land- und Forstwirtschaft bleiben ihm deshalb stets in Dankbarkeit verbunden.

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