Götzner Grüne wollen Kiesmillionen nicht teilen

Vorarlberg / 06.12.2019 • 19:58 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Das Kiesabbau-Projekt im Altacher Sauwinkel, auf Götzner Grundeigentum, sorgt für Streit. Es geht um Millionen. VN/Hartinger
Das Kiesabbau-Projekt im Altacher Sauwinkel, auf Götzner Grundeigentum, sorgt für Streit. Es geht um Millionen. VN/Hartinger

Grüne Liste Götzis stellt Erlösteilung mit Altach infrage.

Götzis, Altach Am vergangenen Wochenende stimmten die Alt­acher im Rahmen einer Volksabstimmung deutlich den Plänen zu, im Bereich des Sauwinkels, auf einer großen Wiese des Götzner Hofs, Kies abzubauen. Neben dem Verkehr stand bereits im Vorfeld auch immer das Thema Erlöse im Fokus: denn bis dato gibt es keine Vereinbarung zwischen der Gemeinde Altach, als Standortgemeinde und dem Grundbesitzer, der Marktgemeinde Götzis. Im Raum stand eine Teilung der auf 35 Millionen Euro geschätzten Erlöse zu einigermaßen gleichen Anteilen, so wurde das von der Gemeinde Altach kommuniziert, ohne dass aus Götzis bislang Widerspruch zu hören war.

„Es geht um Götzner Kies“

Jetzt meldet sich aber die Grüne Liste Götzis zu Wort. „Es geht um Götzner Kies“, heißt es in einer Aussendung von Gemeinderat Thomas Ender. „Bis heute konnte niemand einen plausiblen Grund nennen, warum Götzis – nach Bezahlung aller Kosten für Kiesabbau und Deponie, inklusive Projektbetrieb durch Altach – vom restlichen Erlös einfach so etwas abgeben soll“, schreibt er in einer Aussendung. Unter dem Argument der regionalen Zusammenarbeit würde über einen Schlüssel zur Aufteilung des Erlöses – in Enders Augen ein Geschenk an Altach – gesprochen. Es sei aber kein Regionsprojekt, sondern ein Geschäft zwischen Götzis und Altach. In den Verhandlungen, die bisher nicht wirklich in Gang gekommen seien, müsse jedenfalls argumentiert werden, für welche „Mehrleistungen“ Altach allenfalls Geld zustünde. Bürgermeister Christian Loacker (VP) mache dem Altacher Bürgermeister ein 15-Millionen-Euro-Abschiedsgeschenk, dafür habe niemand Verständnis. 

„Der Wahlkampf geht los“

Kein Verständnis für die Aussendung zeigt Bürgermeister Loacker. „Der Wahlkampf geht offensichtlich los“, glaubt er an ein wahltaktisches Manöver. Die Grüne Liste sei in die Verhandlungen einbezogen, ärgert er sich, und wisse deshalb genau über den Stand der Verhandlungen Bescheid. Eine 50-50-Aufteilung sei der Wunsch aus Altach, wenn man diesem genau so zustimmen würde, dann wären die Verhandlungen bereits beendet. „Wahrscheinlich sind die Grünen über das Ergebnis der Volksabstimmung enttäuscht, dass sie sich jetzt so zu Wort melden“, mutmaßt das Gemeindeoberhaupt. Er glaubt, dass es am besten wäre, die Aufteilung erst nach den Gemeindewahlen zu beschließen, denn dann könne man „wieder sachlich miteinander reden“.

Altachs Bürgermeister Gottfried Brändle (VP) weist darauf hin, dass das Projekt nur dann umsetzbar ist, wenn sich beide Gemeinden vertraglich einigen. „Gelingt diese Einigung nicht, wird keine der beiden Gemeinden Nutzen aus dem Projekt ziehen können“, warnt er. Aber Brändle ist überzeugt, dass es zu einer Einigung zwischen den Gemeinden kommt und das Vorhaben als „gelungenes Gemeinschaftsprojekt“ umgesetzt wird.

„Die Grünen sind von Anfang in die Verhandlungen involviert und wissen, was Stand ist.“