Rückendeckung nach Gagenaffäre der HTL

Vorarlberg / 06.12.2019 • 20:26 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Landesstatthalterin stellt sich schützend vor die Schule. Bildungsdirektorin erklärt, es habe kein vorsätzliches Verschulden gegeben.

Bregenz Nach der Gagenaffäre erhalten die Höheren Technischen Lehranstalten in Vorarlberg Rückendeckung von höchster Ebene. Sowohl Landesstatthalterin Barbara Schöbi-Fink als auch Bildungsdirektorin Evelyn Marte-Stefani rücken aus, um den HTL ihr Vertrauen auszudrücken.

In drei Jahren über 700.000 Euro

Am Dienstag sorgte ein Bericht der VN für Aufregung, wonach es in der Versuchsanstalt der HTL Rankweil grobe Verfehlungen bei den Abrechnungen gegeben haben soll. Teils wurde laut Revision des Bildungsressorts Arbeit doppelt bezahlt. Andere Honorare seien überbordend gewesen. Zwei Lehrer hatten von 2015 bis 2017 gemeinsam über 700.000 Euro erwirtschaftet.

„Den Ruf bewahren“

Bildungslandesrätin Schöbi-Fink will nicht zulassen, dass die hervorragende Arbeit der HTL nun in Frage gestellt wird. Der gute Ruf dürfe nicht gefährdet werden: „Die HTL sind als Schultyp ein wichtiger Bestandteil unseres Bildungssystems und tragen als Partner der Wirtschaft und Industrie maßgeblich zur guten Standortentwicklung Vorarlbergs bei.“ Schöbi-Fink fordert allerdings, die Versuchsanstalten, die für Wirtschaftsbetriebe unter anderem Gutachten erstellen, künftig von den Schulen zu entkoppeln. „Das muss rasch passieren.“ Außerdem müssten Zuständigkeiten und Kontrolle klar geregelt werden. Wie die VN berichteten plant die Bildungsdirektion, nur noch eine Person mit Beratung und Kontrolle der Versuchsanstalten zu betrauen. 

Mate-Stefani hat in der Zwischenzeit mit den Verantwortlichen der Schule und der Versuchsanstalt gesprochen. Bei einem Treffen am Donnerstagabend sei es vor allem darum gegangen, die Vorwürfe und zukünftige Arbeitsweise zu besprechen. Die Bildungsdirektorin erklärt, sie habe auch zum Ausdruck gebracht, dass sie zu keinem Zeitpunkt von einem vorsätzlichen Verschulden ausgegangen sei. Nun will sie so rasch wie möglich mit der Fachabteilung des Bildungsministeriums Kontakt aufnehmen.

Kein Spielraum bei Anzeigen

Das Bildungsministerium hat eine Strafanzeige und zwei Disziplinarverfahren empfohlen. Dem müsse die Bildungsdirektion nachkommen, ansonsten mache sie sich strafbar, heißt es im Ministerium. Ebenso sollen zwei Ermahnungen ausgesprochen werden. Hier hat Marte-Stefani Spielraum. Aus Gründen der Amtsverschwiegenheit will sie aber zu keinem der Fälle Auskunft geben. Laut VN-Informationen soll ein früherer Direktor der HTL angezeigt werden. Eine Ermahnung könnte der damalige Landesschulinspektor erhalten. Es gilt die Unschuldsvermutung.

„Wir dürfen nicht zulassen, dass der gute Ruf der HTL gefährdet wird.“

„Es wurde zu keinem Zeitpunkt von einem vorsätzlichen Verschulden ausgegangen.“